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Nach Hochwasserkatastrophe Oldenburger Handwerker packen im Ahrtal mit an

Chelsy Haß
Die Zerstörung in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist immens. Im September fahren Oldenburger Handwerker in das Überschwemmungsgebiet, um zu helfen.

Die Zerstörung in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist immens. Im September fahren Oldenburger Handwerker in das Überschwemmungsgebiet, um zu helfen.

Oldenburg - Erst, wenn man vor Ort gewesen sei, könne man das Ausmaß der Zerstörungen, die die Flutkatastrophe im Ahrtal hinterlassen hat, verstehen, sagt Bastian Darsow. „Die Menschen brauchen eine Perspektive. Sie haben Todesangst erfahren. Das ist eine schwierige Situation, die nicht spurlos an ihnen vorbeigegangen ist.“  Rund zwei Wochen nach der Naturkatastrophe war der stellvertretende Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik (SHK) Oldenburg in Bad Neuenahr-Ahrweiler, um mit anzupacken.

Auch Jannik Henken, Elektromeister und Ehrenamtlicher beim Technischen Hilfswerk (THW) war kurz nach dem Unglück im Hochwassergebiet im Einsatz. „Sieben Tage waren wir dort, haben mit Generatoren ausgeholfen, Schutt und Schlamm weggeräumt“, sagt er. In vielen Gebieten sei die Strom-, Gas- und Wasserversorgung immer noch nicht wiederhergestellt. „Aber der Winter kommt. Die Menschen brauchen Hilfe“, so Henken.

Hilfsaktion

Ein Gedanke sei beiden Oldenburgern in diesem Zusammenhang immer wieder in den Sinn gekommen: „Man hat das Gefühl, dass das, was man getan hat, noch nicht reicht. Es ist vor Ort so viel zu tun. Ich glaube, es ging uns ähnlich. Wir wollten wiederkommen“, sagt Darsow. So sei die Idee entstanden, sich zusammenzutun. Sowohl in der SHK-Innung als auch in der Elektro-Innungen wurde gefragt, wer sich vorstellen könnte, nach Bad Neuenahr-Ahrweiler zu fahren und dort zu helfen.

Innerhalb kürzester Zeit fanden sich rund 50 Handwerker aus insgesamt 20 Betrieben aus der Stadt und dem Landkreis Oldenburg sowie dem Landkreis Ammerland zusammen. „Wir freuen uns, dass unsere Innungen gemeinsame Sache machen. Denn das, was im Ahrtal geleistet werden muss, das kann nur das Handwerk“, sagt Erhard Lamberti, Obermeister der Oldenburger SHK-Innung.

Der Einsatz

„Ein Erkundungsteam der beiden Innungen wird noch in dieser Woche runterfahren, um sich ein Bild der Lage vor Ort zu machen und eine Strategie zu entwickeln“, erklärt Dirk Räker, stellvertretender Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Oldenburg. Vom 13. bis 17. September soll dann ein großes, innungsübergreifendes Team ins Ahrtal fahren und mit anpacken.

Doch so ein Einsatz benötige Planung und Koordination „Es bringt nichts, einfach loszufahren, ohne genau zu wissen, was die Menschen vor Ort genau brauchen“, sagt Räker. In Bad Neuenahr-Ahrweiler habe man deshalb den Kontakt zu mehreren Obermeistern hergestellt und will den Einsatz gemeinsam mit der dortigen Handwerkerschaft koordinieren. Noch sind viele Dinge unklar. Beispielsweise auch, wo die Handwerker in Bad Neuenahr-Ahrweiler unterkommen können. „Das sind alles Sachen, die wir an diesem Wochenende klären werden“, sagt Bastian Darsow, der Teil des Erkundungsteams ist.

unterstützen

Auch wenn sie nun schon einige Wochen zurückliege, dürfe die Flutkatastrophe medial nicht in Vergessenheit geraten, sagt Dieter Meyer, Obermeister der Oldenburger Elektro-Innung. Genauso wie einige andere, war Meyer bereits im betroffenen Gebiet. Eine Erfahrung, die er so schnell nicht vergessen werde. „Zwar ist die Stadt um einiges kleiner als Oldenburg, aber die Innenstädte sind durchaus vergleichbar. Jedes Geschäft dort ist kaputt. Und teilweise stand das Wasser, das alles mit sich gerissen hat, zwei Meter hoch“, erklärt der Obermeister.

Es wurde ein Spendenkonto eingerichtet, mit dem die Wiederaufbau-Aktion sowie Materialien bezahlt werden sollen. Die Verantwortlichen des geplanten Hilfseinsatzes haben die Hoffnung, dass sie auch andere Handwerkerschaften und Unternehmen dazu ermutigen können, ähnliche Aktionen auf die Beine zu stellen. Denn um effiziente Hilfe zu leisten, brauche es vor allem Fachkräfte.

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