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Aktualisiert vor 3 Minuten.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Fridays For Future In Oldenburg: Warum das Klima Schüler auf die Straße holt

09.02.2019

Oldenburg Beim ersten Protest Mitte Januar hatten die Veranstalter mit 50 Teilnehmern gerechnet – 130 kamen. Bei der zweiten Demonstration am Freitag sollten es rund 200 Schülerinnen und Schülern werden. Tatsächlich zählte die Polizei beim Abmarsch am Hauptbahnhof fast 800.

„Und wir stehen erst am Anfang“, ruft einer der Veranstalter („ich bin der Tim“) ins Mikrofon. „Wir werden immer mehr.“ Über soziale Medien hatten Schülerinnen und Schüler (in Eigenregie, wie sie betonen) für die Neuauflage der Proteste im Rahmen der Initiative „Friday for future“ getrommelt. „Die Reaktion in den Schulen war sehr unterschiedlich“, berichtet Milena Helberg. Die 19-jährige Schülerin der Helene-Lange-Schule hat die Demonstration angemeldet. „Einige Lehrerinnen und Lehrer haben uns dazu ermuntert, bei anderen mussten wir sofort unsere Plakate abnehmen.“

Klimawandel, Umweltzerstörung, Verschmutzung der Weltmeere – „die Schulen beschäftigen sich viel zu wenig mit der Katastrophe“, empört sich eine Frau. Sie unterrichte selbst und sei sehr enttäuscht. „Wir brauchen neue Lehrpläne – nicht mehr Possessivpronomen und anderes, bei dem keiner zuhört.“

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Es heiße immer, die Jugend sei so unpolitisch, ruft Tim ins Mikrofon. „Aber allein an ,Friday for Future’ kann man mehr als deutlich sehen, dass das Schwachsinn ist.“

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Bitte konkrete Ziele nennen

Tim weist den Vorwurf zurück, die jungen Leute sollten lernen, statt die Schule zu schwänzen. „Leute, die so etwas sagen, haben das Prinzip nicht verstanden. Wie kann man mehr an die Zukunft denken, als sich für eine sichere Existenz einzusetzen?“

Das sieht die Landesschulbehörde anders: „Grundsätzlich rechtfertigt die Teilnahme an Demonstrationen nicht das Fernbleiben vom Unterricht“, teilt eine Sprecherin mit. Zumindest so lange nicht, wie das Anliegen nicht weniger nachhaltig auch außerhalb der Unterrichtszeit verfolgt werden könne.

Für Günter Tillmann ist diese Richtlinie bindend. „Wir unterstützen das Anliegen der Schülerinnen und Schüler uneingeschränkt“, sagt der Leiter des Herbartgymnasiums und Sprecher der Schulleiter aller Oldenburger Gymnasien. „Kann die Demonstration nicht auch um 13.30 Uhr beginnen, wenn der Unterricht beendet ist?“, fragt Tillmann. „Das Signal wäre noch stärker, wenn das Engagement in der Freizeit ausgesendet würde.“

Der städtische Schulamtsleiter Matthias Welp hält sich mit der Bewertung bedeckt: „Wie die Schulen damit umgehen, wenn Schülerinnen und Schüler unentschuldigt dem Unterricht fernbleiben, obliegt der Verantwortung der Schulleitung.“

Wie kontrovers die Haltung gegenüber den Schülerstreiks diskutiert wird, zeigen die Reaktionen anderer Schulleitungen. Hannelore Lüllwitz, IGS Flötenteich, unterstützt den Einsatz ihrer Schülerinnen und Schüler. „Das ist eine bewusste Entscheidung. Den meisten jungen Leuten geht es nicht darum, frei zu haben.“ Das Vorbild, die schwedische Schülerin Greta Thunberg, komme sehr gut an. Wie innerhalb der Klassen auf das Fernbleiben von Schülern reagiert werde, liege im Ermessen der Lehrer, sagt die IGS-Flötenteich-Leiterin.

Claudia Steffen ist zurückhaltender: „Die jungen Leute wissen, dass sie Regeln durchbrechen, dass sie Schulpflicht haben; die Rechtslage ist klar“, sagt die Leiterin der IGS Helene-Lange-Schule.

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Christoph Kiefer Chefreporter / Reportage-Redaktion
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