Oldenburg - Einer Entscheidung über den Bau eines für den Profisport geeigneten Fußballstadions im Stadtrat am 15. April steht nichts mehr im Wege. Zumindest aus Sicht der Oldenburger Stadtverwaltung liegen nun alle wesentlichen Fakten auf dem Tisch. Mit der Veröffentlichung der Funktionalplanung und der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung am Donnerstagmittag stehen auch die wesentlichen Zahlen fest: Ein Stadion mit einer Kapazität von 7500 Zuschauern (mit Ausbaureserve) dürfte 47,1 Millionen Euro kosten. Sollte gleich ein Stadion mit einer Kapazität von 10.000 Zuschauern und ein Parkdeck gebaut werden, würde dieses 58,3 Millionen Euro kosten. Der jährliche Zuschussbedarf der Stadt für den Betrieb reicht – je nach Zuschauerkapazität, Zinshöhe und Ligazugehörigkeit – demnach von 1,68 Millionen Euro bis 2,9 Millionen Euro.
Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) Krogmann wird dem Rat auf Grundlage der nun vorliegenden Gutachten den Bau eines Stadions an der Maastrichter Straße mit mindestens 7500 Plätzen und einer Ausbaureserve auf bis zu 15.000 Plätze vorschlagen. Eine zwischenzeitliche Erweiterung auf 10.000 Zuschauer wäre mit relativ wenig Aufwand und Kosten möglich. Der dreiteilige Beschlussvorschlag wird zudem die Gründung einer neuen GmbH & Co. KG (in der die Stadionplanungsgesellschaft als Komplementärin aufgeht) beinhalten. Diese wird mit dem Bau und dem anschließenden Betrieb des Stadions beauftragt. Zudem soll die Fortsetzung des schon eingeleiteten Bauleitplanverfahrens beschlossen werden.
Krogmann kündigte auf einer Pressekonferenz allerdings auch an, dass die Zuschusskosten durchaus noch deutlich sinken könnten. Statt einen Großteil der Baukosten über eine Kreditaufnahme zu finanzieren, wird bei der Stadt auch geprüft, den Bau zumindest zum Teil aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Dadurch könnten die jährlichen Zinszahlungen noch gesenkt werden. Überraschend hatte die Stadt jüngst eine deutliche Verbesserung der Haushaltssituation vermeldet – aus einem zunächst vermeldeten Minus von 9,1 Millionen Euro waren vor allem durch unverhoffte Gewerbesteuereinnahmen letztlich ein Plus von 16,5 Millionen Euro geworden. Auch die Notwendigkeit eines teuren Parkdecks bei einem größeren Stadion wird rechtlich geprüft. Laut Baurecht wäre ein solches nowendig, um die geforderten Parkflächen vorzuhalten. Allerdings hofft die Stadt, durch Einbeziehung bereits vorhandener Parpkplätze an Weser-Ems-Halle und im ZOB-Parkhaus die geforderten Zahlen auch ohne Parkdeck erfüllen zu können.
