Oldenburg - Wenn die Welt stillzustehen scheint, ist es umso wichtiger, festzustellen, dass man gemeinsam etwas bewegen kann. Das haben sich auch Einrichtungen und Betriebe der Stadt vorgenommen: Es werden Masken selbst genäht oder gespendet und man bleibt im Kontakt – auf sehr kreativen Wegen.
Schöne Vielfalt
Seit einer Woche schon müssen Niedersachsen im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel eine Mund-Nasen-Maske tragen. Damit jeder Oldenburger und jede Oldenburgerin sich und andere Menschen vor dem Corona-Virus schützen kann, hat sich das Begegnungszentrum Kaiser 19 des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) dazu entschlossen, einen aktiven Beitrag zu leisten. Maria Rissel, eine langjährige ehrenamtliche Mitarbeiterin des DRK-Begegnungszentrums, hatte die Idee, eine Maskenschneiderei auf die Beine zu stellen. Als das Haus Mitte März seine Türen für die 50 Ehrenamtlichen und den Publikumsverkehr schließen musste, versorgte sie in den darauffolgenden Tagen alle hauptamtlich Mitarbeitenden und deren Familien mit einer selbst genähten Alltagsmaske. „Für die erste habe ich eine ganze Stunde gebraucht, für die zweite dann nur noch 15 Minuten“, erzählt Maria Rissel ein wenig stolz.
Inzwischen wirken insgesamt acht gelernte Schneiderinnen und Schneider und begeisterte Hobby-Näherinnen und Näher von zu Hause aus am Projekt mit. Die meist zugewanderten Schneiderinnen und Schneider hatten sich in den Nähkursen des Begegnungszentrums kennengelernt und jetzt ihre Hilfe angeboten. Das DRK Begegnungszentrum versorgt sie mit Material wie Baumwollstoffe, Vlies, Draht für die Bügel und Nähgarn. Auch Nähmaschinen, die das Kaiser 19 von der Stadt als Dauerleihgabe bekommen hat, stellt das DRK den Ehrenamtlichen zur Verfügung.
In der ersten Woche sind bereits rund 350 Alltagsmasken genäht worden: für Männer und Frauen, für Kopftuchträgerinnen mit Band statt Gummibändern, Kindermasken, Masken mit Metallbügel, reine Stoffmasken, dezente oder farbenfrohe Exemplare – eine bunte Vielfalt, wie im Kaiser 19 selbst.
Interessierte können ab diesen Dienstag eine Maske gegen eine kleine Spende bestellen unter
Wichtige Hilfe
Um das Engagement der ehrenamtlich Engagierten für Oldenburg in Coronazeiten zu unterstützen, sind 5000 Alltagsmasken von den Unternehmen 53acht GmbH, DE-LIVER GmbH und dem Masken-Lieferanten Maske-24 an die Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement der Stadt gespendet worden. Die Fachstelle verteilt die Alltagsmasken an gemeinnützige Einrichtungen und Initiativen in Oldenburg.
„Der freiwilligen Arbeit der vielen Ehrenamtlichen möchten wir durch die Spende der Alltagsmasken Gewicht verleihen. Vielleicht können wir durch diese Aktion auch andere Unternehmen animieren, ebenfalls Masken zu besorgen und zu spenden“, sagen Karl-Friedrich Winzer, Geschäftsführer von 53acht GmbH, und Manfred Baer vom Partnerunternehmen DE-LIVER GmbH.
Entgegen genommen wurden die Masken von Sozialdezernentin Dagmar Sachse und Monika Engelmann-Bölts, Leitung Fachstelle Bürgerschaftliches Engagement.
Zudem wurden weitere 150 FFP2 Masken gespendet, die an das Gesundheitsamt gehen, das diese medizinischen Masken dann bedarfsgerecht verteilt.
Die Fachstelle bittet alle interessierten gemeinnützigen Einrichtungen, Projekte und Initiativen, die genaue Anzahl der gewünschten Alltagsmasken für zurzeit ehrenamtlich Engagierte unter www.oldenburg.de/buergerschaftliches-engagement zu melden.
Kleine Freuden
Was machen Orte der Begegnung und des Austausches, wenn gerade das nicht möglich ist? In der Evangelische Familien-Bildungsstätte (EFB) und im Familienzentrum Osternburg (FAZO) plant man das kommende Kursjahr.
Und man bemüht sich, bestehende Kontakte zu pflegen. In den letzten Wochen wurden viele Eltern, Kinder, Kursleiter/-innen und Teilnehmer/-innen angerufen oder per Mail und Post angeschrieben. Außerdem wird überlegt, welche Kurse digital stattfinden könnten. Eine erste Veranstaltung in diesem Format fand bereits statt. Weitere stehen schon auf dem Programm.
Für die Hausaufgabengruppe vom FAZO und andere Familien mit Kindern gibt es in den nächsten Wochen ein besonderes Angebot: Seit kurzem hängen am Zaun vor der EFB, Gorch-Fock-Straße, viele gut gefüllte Folientaschen an einer Leine. Der „Freundliche Gartenzaun“ soll ein Ort sein, zu dem Familien und Kinder gern hingehen, weil man dort etwas mitnehmen kann, eine kleine Überraschung, ein Spiel für den Weg, eine Idee für den nächsten Tag, etwas, was nichts kostet und doch wertvoll ist.
In dieser Woche gibt es etwas Seifenblasenflüssigkeit, ein Rezept dafür und einen Pustering zum Ausprobieren. Geplant ist, dass es jede Woche eine neue Überraschung zum Entdecken gibt.
Die EFB und das FAZO sind noch für den Besucherverkehr geschlossen. Anfragen können unter
