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GESUNDHEIT Polyneuropathie – Wer ist ebenfalls betroffen?


Hans-Heinrich Fiedler widmet seinen Füßen jeden Morgen rund eineinhalb Stunden: Gymnastik, Massage und Pflege. 
LISA KIM HENTSCHEL

Hans-Heinrich Fiedler widmet seinen Füßen jeden Morgen rund eineinhalb Stunden: Gymnastik, Massage und Pflege.

LISA KIM HENTSCHEL

Oldenburg - Sie wollte sterben. Einfach alles beenden. Die Weihnachtsfeiertage näherten sich seit „der Sache“ zum fünften Mal. Und sie war es so so leid. Eines Tages bemerkte Anneliese Engels Missempfindungen in ihren Füßen. Das diese für viele Jahre nicht mehr gehen würden, ahnte sie damals nicht.

Ihre Füße waren ständig kalt. Eiskalt. Und kribbelig. Letztendlich wurden Füße und sogar der Unterschenkel taub. Unzählige Arztbesuche, Fehldiagnosen, unnötige Operationen, Medikamente, Schmerzen und jahrelanges Leid.

Eine der Diagnosen traf jedoch irgendwann wirklich zu. Ein Neurologe konnte ihr endlich helfen: Anneliese Engels hat Polyneuropathie.

Ein Oldenburger erzählt

Hans-Heinrich Fiedler aus Oldenburg kennt all das. Glücklicherweise wurde die Polyneuropathie frühzeitig erkannt und andere Erkrankungen nicht in Betracht gezogen.

Angefangen hat es vor circa 15 Jahren. „Ich hatte ungewöhnlich kalte Füße“, erzählt der heute 79-Jährige. Anfangs habe er Durchblutungsstörungen vermutet und suchte einen Arzt auf. Nach ein paar neurologischen Untersuchungen auf Reiz und Kontraktion der Nerven, stand schnell die Diagnose „Polyneuropathie“ fest.

Allerdings sind die Therapiemaßnahmen begrenzt, besonders wenn keine eindeutige Ursache auszumachen ist. Deshalb sucht Fiedler ebenfalls Betroffene der Erkrankung, um sich auszutauschen, neue Erkenntnisse oder Heilungsansätze zu gewinnen.

Was ist Polyneuropathie?

Polyneuropathie ist eine neurologische Erkrankung. Sogar eine der häufigsten. Es ist allerdings der Oberbegriff für bestimmte Erkrankungen des peripheren Nervensystems, die mehrere Nerven betreffen. Nervenenden von Extremitäten, zumeist der Füße, aber auch Hände, sterben ab. Typische Symptome sind Missempfindungen wie Kribbeln, Stechen, Brennen und Taubheit, die symmetrisch an beiden Füßen auftreten, mit der Zeit stärker werden und sich bis zur Körpermitte ausbreiten können. Ihren Ursprung haben die Gefühlsstörungen in den langen Nerven, die Muskeln, Haut und Organe mit dem Gehirn verbinden. Schäden an diesen Nerven führen dazu, dass die Weiterleitung von Informationen zwischen Gehirn, Rückenmark und dem Rest des Körpers gestört ist.

Krankheit mit 1000 Gesichtern

Je nachdem, welche Nerven betroffen sind, können bei der Polyneuropathie unterschiedliche Beschwerden im Vordergrund stehen. Einige Beschwerden entstehen durch den Ausfall der Nerven, andere durch ein krankhaftes Überreagieren der Nerven.

Sind Empfindungsnerven gestört, kann es zu Missempfindungen, wie Kribbeln, Kälte oder Schweregefühl kommen. Auch Taubheit ist keine Seltenheit, was einen unsicheren Gang und eine erhöhte Sturzgefahr zur Folge hat. Auch andere Organe wie die Haut, die Augen, der Darm oder auch das Herz können betroffen sein.

Polyneuropathie ist eine sehr vielschichtige Erkrankung. Die Ursachen sind oft unklar und eine adäquate Therapie daher schwierig.

Wenn Sie Interesse an einem Austausch – ob selbst betroffen oder nicht – mit Hans-Heinrich Fiedler haben, melden Sie sich telefonisch bei ihm unter 0441/4 24 64.

Lisa Kim Hentschel
Lisa Kim Hentschel Volontärin, 1. Ausbildungsjahr
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