OLDENBURG - Es gibt Situationen, die einen schlicht überfordern. Ob Krankheit, Drogen, Trennung oder psychische Probleme – das Leben kann sich auf einschneidende Weise verändern. Dann ist es wichtig, Rückhalt und Verständnis zu erfahren.
Diese Aufgabe können Selbsthilfegruppen erfüllen. Am Sonntag stellten sich verschiedene Gruppen und Vereine unter dem Motto „Zusammen stärker“ auf dem Selbsthilfetag im Klinikum vor. Sie informierten mit Vorträgen, Filmen und Gesprächen über ihre Arbeit.
Selbsthilfegruppen dienen nicht nur dem Erfahrungsaustausch Betroffener, sondern auch der Interessenvertretung nach außen. Man erntet in einer Gruppe Verständnis, was der psychischen Entlastung dient. Gemeinsam kann man Ängste und Frust bewältigen.
Die Gruppen können bei Krankheit aber auch eine Ergänzung zum Arzt sein: „Bei seltenen Krankheiten sollte man sich unbedingt einer Gruppe anschließen“, sagt Doris Wiemuth von der Selbsthilfegruppe Zöliakie. „So einen Erfahrungsschatz, wie ihn eine Gruppe hat, kann kein Mediziner bieten.“
Darum fand der Selbsthilfetag zum ersten Mal in Kooperation mit dem Klinikum statt. „Wir suchen den Kontakt zu den Selbsthilfegruppen“, erzählt Rita Wick, Leiterin des Fortbildungsreferats des Klinikums. „Zum Beispiel beziehen wir sie bei Tagen der offenen Tür und Tagungen mit ein. Und einige unserer Mitarbeiter der Fachabteilungen unterstützen einzelne Gruppen.“
In Oldenburg gibt es 220 Selbsthilfegruppen. „Wichtig ist, Hemmschwellen zu senken und Betroffene über den Zugang zu informieren“, sagt Monika Klumpe von der Beratungs- und Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen.
Viele interessierte Besucher nahmen das Angebot an: „Die Veranstaltung war gut besucht. Alle Beteiligten sind zufrieden“, so Klumpe. „Vor allem an den Informationsständen sind sehr intensive Gespräche entstanden.“
