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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Team aus Oldenburg erlebt Katastrophe nach Zieleinlauf

04.07.2019

Oldenburg /Hamburg Innerhalb kürzester Zeit schlug die Freude beim Rallye-Team Miata Vänskap in Schock und Enttäuschung um. 8206 Kilometer um die Ostsee haben Doreana Müller (24, Oldenburg) und Susann Hoffmann (32, Lauthental) ohne große Zwischenfälle überstanden. Und dann raubte ihnen eine kleine Unachtsamkeit am Hamburger Fischmarkt den einen Moment, der nie wiederkehren wird.

Es war der Zeitpunkt der Siegerehrung gegen 19 Uhr am Sonntagabend. Gerade wurde das Team Vergölst Victory Drivers auf das Treppchen geholt – die beiden jungen Männer aus Schwaben haben die Silbermedaille der diesjährigen Baltic Sea Circle-Rallye geholt. Als es um Platz eins ging, „zeigten die Vergölster schon auf uns“, erinnert sich Doreana Müller. Denn: „Wir sind viel zusammen gefahren und wussten ungefähr, wer wie viele Punkte hat.“

Blick ins Roadbook

Punkte gab es auf der Rallye vor allem für das Erledigen von Aufgaben. Und da war das Team Miata Vänskap sehr weit vorn mit dabei, und dann holten sie in der Zieleinfahrt auch noch die Kategorie „Pimp your car“, also die kreativste „Verkleidung“ für das Auto. Doch ausgerufen und als Sieger gekürt wurde dann das Team Longship aus Dänemark. Etwas verwirrt seien sie und Susann schon gewesen, gibt Doreana Müller zu, dennoch hätten sie sich zunächst einfach für das andere Team gefreut und sich nicht weiter Gedanken gemacht. Doch dann haben sie einen Blick in ihr Roadbook, in dem die ausgewerteten Punkte verzeichnet sind, geworfen – „und es fehlten die Punkte für die ,Pimp your car’-Challenge“, so die Oldenburgerin.

Immer noch eher daran glaubend, dass sie sich bei den Punkten der drei mittlerweile auf dem Treppchen stehenden Teams verhört hätten, gingen sie zu den Organisatoren vom Superlative Adventure Club (SAC) aus Hamburg und zeigten ihr Roadbook. Da kam der Schock auf beiden Seiten. Aus nicht mehr genau nachvollziehbaren Gründen wurden die Punkte von Miata Vänskap nicht in die Liste zur Gewinner-Ermittlung aufgenommen. „Das ist nicht euer Ernst?“, sei das Erste gewesen, was der jungen Oldenburgerin angesichts dieses Geständnisses der Organisatoren eingefallen sei. Denn: Ihr und Susann Hoffmann wurde nicht nur irgendein Platz auf dem Treppchen genommen, sondern der erste Platz, der goldene Benzinkanister ihrer Baltic Sea Circle Rallye 2019. „Dieser Moment ist für immer weg“, sagte Doreana Müller gegenüber unserer Zeitung.

Aber, und auch das betont Doreana Müller mehrfach, der SAC sei sofort um eine Lösung bemüht gewesen. So wurde diskutiert, schon vor Ort die Siegerehrung mit den noch verbliebenen Teams zu wiederholen. „Das wäre ja aber auch den drei anderen Teams gegenüber nicht fair gewesen, die wären ja alle einen Platz nach unten gerutscht.“ Und so entschieden sich die beiden Miata Vänskap-Fahrerinnen zunächst dafür, einfach wieder zu fahren. Zwar wollten sie eigentlich in Hamburg bleiben, aber „uns war wirklich nicht zum Feiern zumute“. Auf der Fahrt zurück nach Oldenburg „war Totenstille im Auto“. Der SAC hatte aber zugesagt, eine Lösung zu finden.

Fairer Zug

Am nächsten Tag, die Geschichte um die vermasselte Siegerehrung hatte schon die Runde unter den Teams gemacht, entschieden sich die beiden, ein Video zu posten und ihre Sicht der Dinge darzulegen. Daraufhin kam die Kommunikation mit den Organisatoren mit etwas Abstand zum Zieleinlauf erneut in Gang. Doch obwohl „so etwas eigentlich nicht passieren darf“, sind Doreana Müller und Susann Hoffmann „nicht sauer auf den SAC“. Am Montagabend stimmten die beiden dann der vorgeschlagenen Lösung zu. Beide erhalten ihren goldenen Benzinkanister nachträglich – und werden im kommenden Jahr bei der zehnten Auflage der Baltic Sea Circle Rallye am Start gesondert geehrt. Zudem erhalten sie einen Freistart für eine Rallye ihrer Wahl – und die anderen Teams behalten ihre Platzierungen. „Das ist schon ein fairer Zug“, sagte Doreana Müller. „Und wenn wir erneut fahren, dann die European 5000, wahrscheinlich wieder im MX 5“, so die Oldenburgerin. Und dann funktioniert es hoffentlich auch mit der Siegerehrung.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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