• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Doch keine dicke Luft am Wall

07.02.2019

Oldenburg /Hannover Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) ist sicher: „Ich bin davon überzeugt, dass ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge damit für Oldenburg vom Tisch ist.“ Was er mit „damit“ meint, ist die von ihm veranlasste Modellrechnung des Gewerbeaufsichtsamtes Hildesheim für den Heiligengeistwall.

Im vergangenen Jahr hatte die Station die höchsten Stickstoffdioxidwerte in Niedersachsen gemessen. Und viele Oldenburger haben sich angesichts der vermeintlich hohen Werte gefragt: Da kann doch etwas nicht stimmen? So wurde während des Oldenburg-Marathons mit bis zu 35 Mikrogramm der Grenzwert fast erreicht – ohne wirklich nennenswerten Autoverkehr. Das hatte Oldenburg bundesweit in Talkshows und Kabarettsendungen gebracht. Dann vermaß die NWZ die Station und stellte fest: der Messrüssel war einige Zentimeter zu niedrig angebracht. Hinzu kamen merkwürdige Grenzwertüberschreitungen in der Weihnachtsnacht.

Heftige Kritik gab es auch am Standort der Anlage. Sie sei rechtswidrig aufgestellt, meinte bei einer kleinen Demo kürzlich erst Ex-Verkehrsminister Jörg Bode (FDP).

Nun hat das Gewerbeaufsichtsamt eine neue Modellrechnung angefertigt. Das zentrale Ergebnis der Studie lautet: „Für die Beurteilung, ob der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid eingehalten wird, ist die Belastung der Wohnbevölkerung im jeweiligen Straßenzug entscheidend. Die ergänzend zu den bestehenden Messungen vorgenommene Berechnung hat gezeigt, dass dort, wo Wohnnutzung stattfindet, im Jahresmittel die 40 Mikrogramm nicht überschritten werden. „Diese Erkenntnis wird in das laufende Gerichtsverfahren einfließen“, so Lies.

Hat die Studie Einfluss auf die Klage der „Deutschen Umwelthilfe“ auf ein Dieselfahrverbot in der Oldenburger Innenstadt? „Im Erdgeschoss findet am Heiligengeistwall keine Wohnnutzung statt. In einer Höhe von 3,90 Meter, dort wo Menschen wohnen, liegen die Stickstoffdioxidkonzentrationen durchgängig unterhalb des zulässigen NO2-Jahresmittelgrenzwertes “, bekräftigte der Minister.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der „Umwelthilfe“ zeigte sich von den „Rechenkünsten“ des Ministers unbeeindruckt. Gegenüber der NWZ kündigte er an, dass man an der Klage festhalte. „Relevant sind Plätze, an denen sich Menschen aufhalten. Ich kann jetzt nicht einfach sagen, irgendwo gibt es im Erdgeschoss keine Wohnungen und ich rechne mir oberhalb, also dort, wo Menschen wohnen, niedrigere Werte aus. Wenn ich Überschreitungen der Werte habe, muss ich – mit welchen Maßnahmen auch immer – sicherstellen, dass die Werte unterschritten werden.“ Was Resch aber wohl nicht weiß: der Fußweg vorm früheren Wallkino ist nun alles andere als ein Ort, wo sich die Oldenburger aufhalten oder flanieren.

Zustimmung kam auch von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Die neue Berechnung zeichnet ein wirkliches Bild der tatsächlichen Belastung“, so der OB. „Beharrlich darauf zu drängen, die bisherigen Messergebnisse kritisch zu hinterfragen, hat sich ausgezahlt.“ Er hatte in den vergangenen Monaten mehrfach schriftlich und in zahlreichen persönlichen Gesprächen die Aussagekraft der in einer Höhe von nur 1,50 Metern ermittelten Messergebnisse in Frage gestellt.

Bestätigt fühlt sich auch die FDP. „Die neuen Bewertungsmethoden zur Ermittlung der tatsächlichen Stickoxidverteilung in Oldenburg dürften der Anfang vom Ende der Diskussion um Fahrverbote in ganz Deutschland sein“, ist sich Jörg Bode sicher. Er frage sich, warum das Ministerium nicht schon früher die Messmethoden hinterfragt habe.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Esther Niewert-Baumann meinte: „Die Berechnung zeigt, dass der Standort der Messstation falsch ist und zu verzerrten Ergebnissen führt.“

Die NWZ hatte mehrfach berichtet, dass die Stadt bei Messungen mit Passivsammlern in verschiedenen Stadtteilen im Schnitt lediglich zwischen 13,4 und 22,8 Mikrogramm gemessen hatte. Unsere Luft insgesamt dürfte also deutlich besser sein als bei Messungen fast neben den Auspuffrohren im Stau am Wall.

Jasper Rittner Redaktionsleitung / Redaktion Westerstede/Oldenburg
Rufen Sie mich an:
04488 9988 2601
Lars Laue Korrespondent / Redaktion Hannover
Rufen Sie mich an:
0511/1612315
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.