Oldenburg/Hannover - Das Land Niedersachsen soll handeln und sich für die Schüler einsetzen. Mit dieser Forderung wenden sich drei Mütter, Dinah Maasch aus Oldenburg und Julia Günther sowie Isabel Rojas aus Hannover, in einem offenen Brief an den niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne.
Sie geben ihm zwei Wochen Zeit, um Maßnahmen umzusetzen, die einen sicheren Schulbesuch in der Corona-Pandemie ermöglichen. Denn „Schulschließungen sind keine dauerhafte Lösung“, sagt Maasch.
Mehrere Forderungen
Sie verweisen auf einen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg. Demnach ist das Land verpflichtet, alle Möglichkeiten zu ergreifen, Präsenzunterricht anzubieten. Auf der Grundlage verfassten die drei Mütter den offenen Brief und starteten eine Petition.
„Uns brennt es unter den Nägeln, aktiv zu werden und nicht nur zu jammern, dass es so ist und dass wir durchhalten müssen, sondern dass jetzt vom Land konkrete Schritte gefordert werden“, sagt Maasch.
Dass es notwendig sei, merke sie an ihren Kindern im Alter von 14 und 17 Jahren. „Sie werden immer zurückgezogener“, sagt die 46-Jährige. Demnach sei das Szenario C, in dem sich viele Oldenburger Schulen befinden, nur „ein Notbehelf“. Dadurch könne zwar Wissen vermittelt werden, aber die Entwicklung des Sozialverhaltens bleibe auf der Strecke.
Das Ziel der drei Mütter ist eine Rückkehr der Schüler an die Schulen. Dafür fordern sie unter anderem mehr Schnelltests sowie die Pflicht, einen negativen Test vorzuzeigen, um am Präsenzunterricht teilzunehmen. Weiter solle der Lehrplan verändert werden. So sei der Online-Unterricht weniger effektiv und es würden viele Lernerfolge wegfallen. Eine Lösung sei die Kürzung des Lehrplans oder das Zusammenlegen von Fächern. So werde der Schultag entzerrt und es komme zu weniger Kontakten.
Auch sollten leerstehende Räume – nicht nur in Schulen – genutzt werden. „Kulturetage, Theater, Kirchen, die Räume stehen alle leer“, sagt die Oldenburgerin. Die Mütter seien aber auch zu Gesprächen für Lösungen offen. Dass die Forderungen eine finanzielle Herausforderung sind, sei der 46-Jährigen bewusst.
Zwei Wochen Zeit
Aber, „die Folgeschäden wären viel höher“, sagt die Beamtin. Hier bezieht sie sich auf die Zahlen von Kindern und Jugendlichen, die durch die Pandemie zum Beispiel an Depression erkrankt sind und behandelt werden müssen. „Die Kosten würden das übersteigen, was man hier einmalig investieren müsste, um Raumfilter und Trennwände anzuschaffen oder Räume zu mieten“, sagt Maasch.
Wenn die geforderten Maßnahmen nicht in den zwei Wochen umgesetzt werden, planen sie rechtliche Schritte einzuleiten. Das könne eine Verpflichtungsklage auf Gewährung des Rechts auf Bildung sein oder ein Eilantrag gegen die Corona-Verordnung. Am Dienstag kam zumindest die Ankündigung des Kultusministers, Szenario B für alle Jahrgangsstufen bis zu einer Inzidenz von 165 einzuführen. Für Oldenburg träfe das derzeit zu.
