Oldenburg - Hektisches Treiben herrschte vor einigen Tagen im 8. Jahrgang der IGS Helene-Lange-Schule (HLS) – ein Zeltplatz auf der Fahrradroute nach Hamburg muss noch gebucht, finale Absprachen mit Begleitern getroffen werden, und: Gibt es nicht noch eine bessere Bahnverbindung, um zum höchsten Berg Niedersachsen, den Wurmberg, zu kommen?
Fünf Freundinnen aus der 8. Klasse bepackt mit dem Rad auf dem Weg nach Hamburg – mit zwei Übernachtungen.
Privat
Angekommen mit dem Rad in Stade – am nächsten Tag ging’s weiter nach Hamburg (v.links): Nele Hayek, Merle Schröder, Mira Weise, Junis Kromminga und Eva Stroot meisterten ihre Herausforderung und sammelten dabei auch noch fürs Oldenburger Tierheim.
Privat
Gingen eine Woche lang auf Gewässer-Reinigung in der Stadt (v.li.): Tim (14), Noah (14), Timon (13), Klaas (15) und Leon-Kristian (13) mit Magnet und Anker zum Heraufholen. Fotos: Sascha Stüber
Sascha StüberZum ersten Mal hat die Schule das Projekt „Herausforderung“ aufgelegt. Nach dem Start durch zwei Schulen in Hamburg und Berlin haben inzwischen 50 Schulen in Deutschland den Grundgedanken aufgegriffen, sagt HLS-Lehrer und Initiator Janek Hüsson: „Schülerinnen und Schüler verlassen das gewohnte Umfeld, verfolgen Ideen, die sie schon immer mal realisieren wollten, suchen sich Lernorte außerhalb der Schule.“
Dafür haben sich die 13- bis 15-Jährigen Aufgaben gestellt, die sie herausfordern, die sie zwingen, aus der Komfortzone herauszukommen – sei es sportlicher, sozialer oder kultureller Natur. Die Bandbreite ist vielfältig: Fahrradtouren im In- und Ausland, ein Aufenthalt im Schweigekloster, sich gegenseitig Reiten beibringen, Reinigen von Flüssen und Seen – um nur wenige Beispiele zu nennen.
Gemein haben alle Ideen, „dass die Schüler in einer Gruppe aktiv werden, Selbstwirksamkeit erfahren, sie ihre Grenzen ausloten, in der Gemeinschaft von unterschiedlichen Talenten profitieren und sie die Chance haben, auch an möglichen Rückschlägen zu wachsen“, sagt Hüsson.
Schüler der 12. und 13. Jahrgänge, Schulbegleiter und einer Studentin standen als Betreuer zur Verfügung. Auf Lehrkräfte wurde bewusst verzichtet, um jenseits der typischen Lernumgebung Erfahrungen zu sammeln.
Stimmungsvoll waren die Jugendlichen an der Schule auf den Weg gebracht worden, viele schon mit voll bepackten Rädern. Die Didaktische Leiterin Christina Sczesny und Jahrgangsleiter Kai Kramer brachten sie mit guten Wünschen auf den Weg.
Mira, eine der Schülerinnen, hat im Anschluss von ihrer Aktion berichtet: „Vier Freundinnen und ich sind mit dem Fahrrad von Oldenburg nach Hamburg gefahren. Am ersten Tag ging es los von Oldenburg nach Schwanewede (34 km), am zweiten Tag ging es von Schwanewede nach Stade (82 km), und am dritten Tag ging es von Stade nach Hamburg (44 km). Heute sind wir mit dem Zug zurück nach Oldenburg gefahren. Für jede Strecke haben wir Sponsoren und haben so für das Tierheim Oldenburg mehr als 150 Euro zusammen bekommen, das Geld wird in den nächsten Wochen zum Tierheim gebracht.“
