Oldenburg - Draußen wird es allmählich kalt, die Tage werden immer kürzer und das Wetter windiger und nasser: Nicht gerade Umstände, die einen in den Garten locken. Dabei macht sich die Arbeit, die man jetzt hineinsteckt, im Frühjahr bezahlt – und das nicht nur optisch, sondern vor allem für Bienen und andere Insekten, wie der Oldenburger Imkerverein betont.

Was machen Bienen

im Winter

?

Anders als die meisten Hautflügler überwintern Bienen als Volk, erklärt Dörthe Heuer, Vorsitzende des Imkervereins. Während bei Hummeln und Co. alle Tiere außer der jungen Königin im Winter sterben, wird die Bienenkönigin von einem Hofstaat sogenannter Winterbienen umsorgt. „Sie kuscheln sich den Winter über zu einer Bienentraube zusammen und wärmen sich gegenseitig. Dazu werden die Flügel ausgeklinkt und Reibungswärme durch das Zittern der Flugmuskeln erzeugt,“ so Heuer. Die 53-Jährige imkert selbst bereits seit elf Jahren. Natürlich brauchen die Tiere den ganzen Winter über Nahrung in Form von Honig und Pollen.

Dörthe Heuer

Dörthe Heuer

Was brauchen die

Bienen im Frühjahr

?

Um wieder richtig Leben in den Stock zu bekommen, muss die Nahrung im Frühjahr möglichst schnell beschafft werden, sonst ist das Volk in Gefahr. „Wenn etwas schief geht, sterben die meisten Bienenvölker nicht im Winter, sondern im frühen Frühjahr. Und meist, weil Futter fehlt“, berichtet Heuer.

„In Gesprächen mit uns Hobbyimkern fragen uns viele, die selber keine Bienen halten wollen, was man denn gegen das Insektensterben unternehmen kann.“ Den meisten sei gar nicht klar, dass sie selbst relativ einfach aktiv werden können.

Gut für Bienen:  Schneeglöckchen. Bild: Patrick Seeger/dpa

Gut für Bienen: Schneeglöckchen. Bild: Patrick Seeger/dpa

Wie kann man Bienen helfen

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Hilfreich ist vor allem das Anpflanzen der richtigen Frühblüher jetzt schon im Herbst. Denn damit Zwiebel- und Knollengewächse früh im Jahr ihre Blüte entwickeln, müssen sie jetzt angepflanzt werden. Dabei ist allerdings nicht alles insektenfreundlich, was bunt ist. „Viele setzen zum Beispiel auf Narzissen, aber da ist für Bienen kaum etwas dran“, sagt Heuer.

Sie empfiehlt dagegen Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse. Sie seien wichtige Futterpflanzen für Bienen und andere Insekten im Frühjahr. „Viele davon sehen auch sehr schön auf Rasenflächen aus. Die darf man dann nur nicht zu zu früh abmähen.“ Wer keinen Garten habe, könne natürlich auch Balkonkästen entsprechend bepflanzen.

Gut für Bienen: Winterlinge. Bild: Patrick Pleul/dpa

Gut für Bienen: Winterlinge. Bild: Patrick Pleul/dpa

Gut für Insekten ist übrigens auch die richtige Baumauswahl, erklärt Heuer. So seien zum Beispiel Weiden eine sehr große Futterquelle für Bienen und Co.

KOMMENTAR Mehr Braunwurz

Patrick Buck

„Viele kleine Maßnahmen summieren sich auf und helfen“, sagt Heuer. „Oldenburg ist so eine tolle Gartenstadt – und wir alle können immer noch ein klein wenig mehr tun, um sie auch für andere Lebewesen lebenswert zu machen.“

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)