Oldenburg - Die eine hat die fachliche Kompetenz und das Personal, die andere den Bedarf. Was liegt also näher als eine Kooperation? Die GSG Oldenburg und die Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO) gründen gleich Unternehmen, ein Inklusionsunternehmen. Ziele sind, die Teilnahme von Menschen mit Beeinträchtigungen am ersten Arbeitsmarkt sowie die Deckung des Bedarfs im Bereich des Gebäudemanagements und der Objektbetreuung.
Das sei am Markt derzeit schwer zu bekommen, sagt GSG-Geschäftsführer Stefan Könner. Die Folge: Bei Mieterwechsel dauere es oftmals vier bis sechs Wochen, bis Handwerker Zeit hätten. Das sei nicht nur betriebswirtschaftlich schlecht, vor allem auch in Notfällen dränge die Zeit.
Diese Lücke soll das neue Unternehmen schließen, an der die GSG mit 20 Prozent und die GWO mit 80 Prozent beteiligt sind. Das Serviceteam der „Inklusionsunternehmens Gebäudemanagement/Objektbetreuung“ soll schnell agieren und integrieren. Seinen Standort soll das, so umreißt Könner das Ziel, „betriebswirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen“ an der August-Wilhelm-Kühnholz-Straße haben – in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer gerade eröffneten GWO-Betriebsstätte und neben einem noch entstehenden Neubau für Arbeitsbereich und Ausbildung der Gemeinnützigen Werkstätten. Man wolle mit dem Unternehmen zeigen, dass es „gute Möglichkeiten gibt, dass Menschen mit Beeinträchtigungen auch am ersten Arbeitsmarkt arbeiten können“, so Wessels. In einem ersten Schritt wolle man sich auf die drei Bereiche Garten, Elektro und Malerei konzentrieren, so der GWO-Vorstand.
Nach der Vorstellung des Projektes im jüngsten Sozialausschuss folgen Präsentationen in weiteren Gremien und bei Beteiligten, bevor die gemeinnützige Gesellschaft am 1. August gegründet werden soll. Ende August soll dann mit dem Bau auf dem rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück begonnen werden – und zwar gleich „mit Luft nach oben“. Sind anfangs zehn Mitarbeiter (jeweils fünf mit und ohne Beeinträchtigung) geplant, sind es perspektivisch 20, vielleicht sogar bis zu 50. Das Unternehmen soll als verlässliche Größe einen Teil der Gebäudedienstleistungen der beiden Partner abdecken. Investiert werden rund 900 000 Euro. Da Gewerbegrundstücke ein knappes Gut in Oldenburg sind, sei es „keine selbstverständliche Entscheidung gewesen“, das Grundstück an das Inklusionsunternehmen zu vergeben, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Auf dem Weg zur inklusiven Stadt sei die Teilhabe am ersten Arbeitsmarkt aber ein wichtiges Ziel.
Mit der Arbeit will das Unternehmen nicht erst beginnen, wenn der Bau Ende 2021/Anfang 2022 fertig ist: „Wir starten parallel zum Bau mit einem Probebetrieb“, so Wessels. Werkzeug, Personal und Fahrzeuge seien schließlich vorhanden. Und mit den GWO-Werkstätten und GSG-Wohnungen auch genügend zu betreuende Objekte.
