Oldenburg - Das neue Stück des Jungen Staatstheaters „Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück“ widmet sich gleich zwei herausfordernden Themen: dem Krieg und der Demenz. Dabei liefert es Denkanstöße für den eigenen Austausch in der Familie und darüber hinaus.
Die zehnjährige Kai ist nicht nur die Enkelin ihres Großvaters, sondern auch sein Gedächtnis. Aufmerksam hat sie den Kriegserzählungen ihres großen Helden gelauscht und sie sich gemerkt. Nun geht der Großvater ins Pflegeheim. Doch vorher gehen die beiden in seinem Wohnzimmer noch einmal auf eine Fantasiereise durch seine Vergangenheit. Dabei wird Kai nach und nach klar, dass ihr Großvater nicht immer die ganze Wahrheit über den Krieg erzählt hat. In die Rolle von Kai schlüpft Rebecca Seidel, Gerrit Frers wird als Großvater auf der Bühne stehen.
Anstöße für Gespräche
„Das Stück ist ein abstraktes Sinnbild für das Zusammenspiel zwischen den Generationen, in dem sich viele wieder finden kann. Gleichzeitig geht es aber auch sehr konkret auf die Beziehung zwischen Großvater und Enkelin ein“, sagt Dramaturgin Verena Katz. Das Stück solle ein Anstoß sein, selbst mit der eigenen Familie und Freunden ins Gespräch zu kommen. Die Geschichte betreffe und funktioniere für viele Menschen. Dabei würden die Themen Demenz und Krieg durch die kindliche Perspektive von Kai für das junges Publikum verständlich.
Die Fantasiereise wird durch das Bühnenbild widergespiegelt. Die einzelnen Bühnenelemente lassen sich bewegen, sodass immer wieder neue Szenen entstehen. Zudem wurden animierte und farbenfrohe Illustrationen eingearbeitet. „Die Übergänge werden unter anderem über die musikalische Inszenierung geschaffen“, sagt Katz. Dabei tritt der Musiker Vico Rosenberg selbst als zeitlose Figur auf, um die Brücken zwischen den unterschiedlichen Erinnerungen zu schaffen. Denn Erinnerungen, so Katz, erhalten sich in Musik.
Aktualität
Für das Stück haben die Beteiligten mit dem psychosozialen Zentrum Oldenburg am Standort des Ibis-Vereins zusammen gearbeitet. „Sie haben uns beraten, wie das Stück und die Inszenierung in einer postmigrantischen Gesellschaft auf Kinder und Erwachsene wirken können“, sagt Katz. Durch den Ukraine-Krieg habe das Stück eine besondere Aktualität.
Die Premiere für „Kai zieht in den Krieg und kommt mit Opa zurück“ findet am Sonntag, 24. September, um 16 Uhr statt. Weitere Aufführungen sind am 26. und 27. September, 5. Oktober sowie 6., 7. und 8. November jeweils um 10.30 Uhr. Spielort ist die Exerzierhalle am Pferdemarkt.
