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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Kammerkonzert: Musikhistorisch ein gutes Viertelstündchen hinterher

06.02.2018

Oldenburg Wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben auf etliche Weisen. Der russische Komponist Sergej Tanejew ist so ein Typ: Als Pianist um 1900 auf der Höhe seiner Zeit, musikhistorisch aber ein gutes Viertelstündchen hinterher. Schön, dass die Kammerkonzerte im Kleinen Haus auch den vom Schatten verdeckten Kleinmeistern an später Würdigung angedeihen lassen.

Astrid Heinemann (Violine), Jessica Syfuß (Viola) und Jörg Heinemann (Cello) engagieren sich im 5. Saisonkonzert der Reihe für das Streichtrio h-Moll des Tschaikowsky-Schülers, einnehmend solide nach den Regeln der romantischen Spätdekadenz gebaut. In der Spannung zwischen Robustheit, orchestraler Tönung und feinem Tuscheln drehen die Musiker ihre Pirouetten. Handwerkliche Brillanz verbindet sich mit geistreichen Nebengedanken.

Das dritte dieser Trios zählt zu jenen vielen Entdeckungen, die den Reiz der sechs jährlichen Kammermusiken ausmachen. Zum derart Unbekannten wie von Tanejew tritt dann meistens vermeintlich irgendwie schon mal halb Gehörtes. Hier ist es das jugendlich überschwängliche Klavierquartett a-Moll von Josef Suk von 1891. Und oft stützt Vertrautes die weit gespannten Programme ab, in diesem Fall Robert Schumanns Klavierquintett Es-Dur op. 44 von 1842 (zusätzlich mit der Geigerin Uta Herfurth). Solche Kombinationen sorgen stets für ein weitgehend voll besetztes Kleines Haus.

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Wuchern kann die Musikreihe auch mit der Art der Präsentation. Wo in Bremen die Philharmonische Gesellschaft für die Kammermusiken hochrangige Formationen einkauft, vertraut Oldenburg den eigenen Kräften. Die Musiker kommen vom Staatstheater oder aus der Region.

Das führt diesmal zum Wiedersehen mit Heinz Gassenmeier. Der frühere hoch engagierte zweite Mann der Oldenburger Musikschule ist nach einem Schlenker ins baden-württembergische Ulm inzwischen als Leiter der Kreismusikschule Leer in den Norden zurückgekehrt.

Gassenmeier ist ein Pianist und Kammermusiker von hohen Graden. Gerade bei Schumann führt er für die Lyrik und die Brüche vielfältig abgestufte Anschlagstechniken und eine breite Palette an Tönungen ins Feld. Er gibt im Boot mit den drei oder vier Streichern den Steuermann. Belebenden Aufbruch lassen sie auch da spüren, wo Schumann dazu neigt, nur in sich zu kreisen. Respekt, das muss man erst einmal derart austarieren.

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