Oldenburg - Haben Sie sich schon einmal die Fernsehwerbung für Katzenfutter angeschaut? Elegant stolzieren hier die Samtpfoten durchs Wohnzimmer, streifen dem menschlichen Dosenöffner gemächlich um die Beine und rollen sich nach dem Festmahl total niedlich mittig auf ihrem Kuschelkissen zusammen.
Ich habe den schweren Verdacht, dass es sich bei diesen Fernseh-Fellknäueln um genetisch veränderte Tiere der nächsten Generation oder um ferngesteuerte Roboterkatzen handelt. Denn von dieser Zurückhaltung und Eleganz ist Hase so weit entfernt wie Friedrich März vom CDU-Vorsitz.
Sobald es um Futter geht, ist der Kater nämlich kaum zu halten. Von seinen Tisch-Enter-Aktionen habe ich ja bereits berichtet. Doch auch wenn es um die ihm tatsächlich zustehende Dose oder auch nur ein Leckerli geht, geht ihm jegliche Zurückhaltung ab. Für Katzenverhältnisse bollert er geradezu die Holzstufen der Treppe herunter, sobald er Geräusche hört, die mit der Nahrungsaufnahme verbindet. Und wenn ihm die Überstellung des Doseninhalts in den Napf zu lange dauert, maunzt er mich noch energisch an, doch bitteschön aus dem Quark zu kommen.
Nicht einmal ansatzweise elegant ist auch Hases Schlafverhalten. Statt einer zusammengerollten Ach-wie-niedlich-Schlafhaltung wählt er zumeist eine Bin-betrunken-so-hingefallen-Position: Irgendwie halt auf dem Rücken, die Pfoten sonst wo hingestreckt, gern die Hinterbeine breit. Zum Teil pennt (anders kann man diese Art des Schlafens gar nicht bezeichnen) der Kater so krumm und schief auf dem Sofa, dass ich schon nach Tier-Osteopathen in meiner Nähe googel – so kann man doch gar nicht schmerzfrei wieder aufwachen.
Die Rolle als Sheba-Boy wird Hase also kaum bekommen. Aber wer weiß schon, wie diese eleganten Werbekatzen in Wirklichkeit sind. Vielleicht würgen sie Fernsehfutter anschließend wieder auf den Teppich und gehen sich eine Maus fangen.
