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School for Future Oldenburg Liebfrauenschüler beschäftigen sich zwei Monate lang mit dem Klimawandel

Klimakonferenz: Ein Schüler trägt die Beschlüsse seines Landes im Plenum vor.

Klimakonferenz: Ein Schüler trägt die Beschlüsse seines Landes im Plenum vor.

Oldenburg - Im Musikraum der Liebfrauenschule tagt die vierte Klimakonferenz. Die Teilnehmer, 68 Schülerinnen und Schüler, sitzen verteilt auf sechs Gruppen und stecken die Köpfe zusammen. Jede Gruppe repräsentiert ein oder mehrere Länder. Sie sind dabei aufgeteilt in Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer. Nach eingehender Beratung, Abstimmungen und teils hitzigen Diskussionen stellt jeweils ein Schüler der Gruppe die Ergebnisse im Plenum vor. Der Umweltpädagoge Max Menkenhagen trägt währenddessen diese in eine Tabelle seines Laptops ein, die noch einmal groß auf einem Smartboard für alle zu sehen ist. Ziel: 1,5 Grad Erderwärmung.

Natürlich handelt es sich hierbei um keine echte Konferenz, sondern eine Simulation. Sie ist jedoch nicht weniger spannend als ein echter Klima-Gipfel und durchaus bedeutsam für die Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen.

Dieses UN-Planspiel, besser gesagt, Rollenspiel, ist die Auftaktveranstaltung für ein zweimonatiges Projekt rund um den Klimawandel. Mit der Fragestellung „School for Future“ werden in sechs Fächern, bis zu den Winterferien, Perspektiven auf dieses globale und regionale Thema entwickelt. Sogenannter „Vernetzter Unterricht“.

Viele Fächer involviert

Der Religionsunterricht stellt Ansätze der Schöpfungstheologie und Verantwortungsethik vor und legt damit die theologisch-ethischen Grundlagen. Die Fächer Physik und Chemie richten ihren Blick auf Energiegewinnung und -speicherung, beziehungsweise klimaschädliche Gase und Treibhauseffekt. Erdkunde und Politik-Wirtschaft beschäftigen sich mit nachhaltiger Stadtentwicklung und der Rolle der Vereinten Nationen, des Staates und des Marktes in der Klimafrage.

Im Deutschunterricht wird die öffentliche Debatte in den traditionellen und sozialen Medien beleuchtet. „Das Projekt soll den Schülern die Thematik und Diskussion rund um den Klimawandel näher bringen und zeigen, wie komplex Lösungsfindungen und Umsetzungen im Großen und Kleinen sind“, erklärt Robert Benkens, ein Lehrer des Projekts.

Schwieriges Feld

Die Klima-Krise ist omnipräsent in den Medien. Es gibt viele Ideen und Ansätze. Doch am Ende des Tages bleibt bei vielen das Gefühl, dass sich fast nichts getan hat um dem 1,5 Grad-Ziel näher zukommen. Warum ist Klimapolitik so schwierig? Erste Erkenntnisse erhalten Schülerinnen und Schüler der Liebfrauenschule zum Start des Projekts, als sie in verschiedene Rollen einer Klimakonferenz schlüpfen. Welches Land kann wie viel Geld investieren? Und welches nur wenig bis gar nichts. Jedes Land muss abwägen, was es weltweit für das Klimaziel ausgeben kann, ohne die eigene Wirtschaft und Infrastruktur zu gefährden.

Den Schülern gefällt es. „Das interaktive Rollenspiel ist eine schöne Abwechslung zum Schulalltag und zugleich bekommen wir mehr Verständnis für dieses wichtige Thema“, sagt der 16-jährige Maciej. Die Schüler, Benkens und seine Kollegen Andrea Meier Gerhard, Serjosha Hoppe und Ralf Vogelgesang freuen sich nun auf eine intensive Zeit mit vielen Erkenntnissen und Diskussionen.

Lisa Kim Hentschel
Lisa Kim Hentschel Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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