Ist sie das, die viel beschworene Transparenz in der öffentlichen Debatte? Ich hoffe nicht. Vor der Gründung der Stadionplanungsgesellschaft war unter anderem genau darüber gestritten worden, ob die Diskussion über den möglichen Bau eines neuen Fußballstadions nicht doch lieber in weitgehend öffentlichen Ausschusssitzungen stattfinden soll, statt in einer eigens eingerichteten Gesellschaft hinter dann für die Öffentlichkeit verschlossenen Türen. Und nun wirft schon die erste Sitzung diese Frage wieder auf. Obwohl es – so Finanzdezernentin Julia Figura im Finanzausschuss – in der Gründungsversammlung der Stadionplanungsgesellschaft nichts Wesentliches gab, hüllte sie sich über deren Inhalt im öffentlichen Teil weitgehend in Schweigen. Und selbst CDU-Ratsherr Christoph Baak, der zunächst einen Hauch von Öffentlichkeit herzustellen versuchte, indem er über rein personelle und formelle Dinge aus der ersten Sitzung berichtete, verwies anschließend auf den nichtöffentlichen Teil der Ausschusssitzung. Das ist eher das Gegenteil von Transparenz.
Auch wenn nicht jedes Detail in die Öffentlichkeit gehört, hat diese beispielsweise durchaus das Recht zu erfahren, ob der Geschäftsführer der neuen Gesellschaft, der zugleich Projektmanager der Stadt für das Gelände der Weser-Ems-Hallen ist, nun einen zweiten öffentlich bezahlten Job hat oder nicht. Mehr noch: Verwaltung und Politik haben die Pflicht, ihre Steuerzahler und Wähler darüber zu informieren, wo deren Geld bleibt. Das sollte immer gelten, umso mehr aber beim derart kontrovers diskutierten Millionenprojekt Fußballstadion.
Da auch auf Einwohnerfragen allenfalls dünn geantwortet wurde, blieben im Ausschuss Fragen offen, die einer öffentlichen Beantwortung bedürfen. Da passt es ins Bild, dass im jüngsten Rat Bürgerfragen zum Stadion unter Verweis auf Geschäftsordnung und Fristen zwar kurz und knapp zur Kenntnis genommen, inhaltlich aber kaum beantwortet wurden. Das mag formal korrekt sein, bürgerfreundlich ist es nicht.
