• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Mit Leidenschaft durchs Oratorium

26.04.2018

Oldenburg Als am 26. August 1846 auf dem Musikfest in Birmingham Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium „Elias“ seine Uraufführung erlebte, ahnte noch niemand, dass dieses Werk eines der am häufigsten aufgeführten romantischen Oratorien werden würde. Dies liegt weniger an der nicht unproblematischen alttestamentlichen Textwahl, welche einer zeitgemäßen theologischen Prüfung nicht mehr standhalten könnte, als an der Musik.

Melodische Vielfalt und Originalität, eine reiche modulatorische Harmonik und eine üppige Instrumentierung sind nur einige kennzeichnende Merkmale.

Der von Hermann-Josef Suelmann glänzend vorbereitete Madrigalchor Vechta führte gemeinsam mit dem Oldenburgischen Schlossorchester, einstudiert und geleitet von Norbert Ternes (bei der Aufführung als Konzertmeister), den „Elias“ in der Garnisonkirche auf. Das durch einige professionelle Instrumentalisten erweiterte Schlossorchester spielte mit Schwung und großer Begeisterung, die für das Orchester ausgezeichnete Akustik des Kirchenraumes offensichtlich genießend, und entfaltete damit eine einnehmende und beeindruckende Klangpracht. Im dramatischen Geschehen des Oratoriums kommt dem Chor eine wichtige programmatische Bedeutung zu. Nach anfänglichen leichten Intonationsschwierigkeiten, speziell bei hin und wieder zu tief angesetzten Leittönen, übernahm der Madrigalchor diese Rolle mehr und mehr und führte durch manche vertrackte Chorpassage immer souveräner bis in die jubilierende Schlussfuge „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name“.

Als Gesangssolisten waren Melanie Lang, mit guter Deklamation und ausdrucksvoller Mezzosopranstimme, Philipp Kapeller mit gegenüber dem Orchester durchsetzungsfähiger, kerniger Tenorstimme und die Sopranistin Alexandra Scherrmann zu erleben.

Ihr gelang die Arie „Höre, Israel“ besonders eindrucksvoll, wobei allerdings ihr starkes Vibrato beim Forte manchmal zu einer labilen Intonation führte.

Der Bassist Philipp György gestaltete die Partie des Propheten Elias hervorragend. Bei den dramatischen Momenten wurde er vom begeistert spielenden Orchester hin und wieder zugedeckt, in den lyrischen Szenen hingegen konnte er seine ganze gestalterische Ausdruckspalette zur vollen Entfaltung bringen.

Die solistischen Doppelquartette waren gut abgestimmt, zudem übernahm die Sopranistin Elisabeth Dopheide mit klarer Stimme zusätzlich die Rolle des Knaben. Dirigent Hermann-Josef Suelmann führte aufmerksam und mit Leidenschaft durch das bildgewaltige Oratorium, einen beeindruckenden dramatischen Spannungsbogen haltend.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.