Krusenbusch - Einem Kahlschlag gleich kommen aus Sicht der Krusenbuscher die kürzlichen „massiven Baumfällarbeiten“ in ihrem Stadtteil, so der Bürgervereinsvorsitzende Manfred Kreye gegenüber unserer Redaktion. Betroffen sei der Brahmweg, auf dessen Länge zwischen Rüschenweg und Sportplatz – bis Fußweg zum Schafgarbenweg – an der westlichen Seite „der Baumbestand nahezu komplett beidseitig der Gewässer abgeholzt wurde“, so Kreye. Weitere Abholzungen fanden statt längs des Wasserzuges vom Bahndamm zum Drielaker Kanal, im angrenzenden Bereich zum Gewerbegebiet an der August-Wilhelm-Kühnholz-Straße sowie am Brahmweg auf Höhe der Straße „Am Kleigrund“. Das ärgere viele Krusenbuscher, zumal an Ersatzpflanzungen offenbar nicht gedacht sei.
Fehlende Information
„Es sieht dort in der Tat nach Kahlschlag aus, ist aber eine notwendige Aufräumarbeit, um die Funktion dieser Regenrückhaltebecken zu erhalten oder an einigen Stellen wieder herzustellen“, sagte Stadtsprecher Reinhard Schenke am Freitag. Leider sei der Bürgerverein vorab über die Pläne nicht informiert worden. Schenke räumte ein: „Das können wir sicher besser machen.“
Insgesamt gebe es 200 Regenrückhaltebecken in der Stadt. Vor dem Hintergrund zunehmender starker Regenfälle sei vor einigen Jahren ein Sanierungsprogramm für diese Bereiche gestartet worden.
Die Gewässer am Brahmweg dienten als solche Becken. Auf den befestigten Flächen werde das Niederschlagswasser gesammelt und gedrosselt in einen Vorfluter geleitet. Für den Wasserabfluss und das Speichervolumen seien die Arbeiten nötig gewesen. Schenke: „Sonst würde sich das Wasser über kurz oder lang im Kanalsystem zurückstauen und zu Problemen für die Anlieger führen.“
„Naturschutz im Boot“
Im Falle der Regenrückhaltebecken am Brahmweg habe sich die Stadt „zu einem umfangreichen Zurückschneiden der Gehölze entschieden, um die Aufreinigung der Becken möglich zu machen.“ Der Rückschnitt sei „dieses Mal umfangreicher ausgefallen, da es in den vergangenen Jahren einen Unterhaltungs-Rückstau gab und die Becken nicht mehr zugänglich waren.“
Der Einsatz sei mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt gewesen, deshalb seien auch alle im Grünflächenordnungsplan festgelegten Gehölze erhalten worden. Schenke: „Entfernt wurden nur die Gehölze, die sich innerhalb des Beckens angesiedelt und somit das Speichervolumen verringert haben. Ebenso wurden die Gehölze entfernt, die auf den Unterhaltungswegen der Becken gewachsen sind oder umsturzgefährdet waren.“ Auf der Westseite sei „außerdem etwas intensiver aufgereinigt worden“, weil dort zunehmend Gartenabfälle entsorgt worden seien.
Ausblick
Die Böschungen sollen im Herbst wiederhergestellt werden, so die Stadt. In den nächsten Jahren solle hauptsächlich nur noch die regelmäßige Mahd der Böschung erfolgen, für den Erhalt des Speichervolumens. Der Zeitraum der Arbeiten werde zum Schutz von Amphibien und Natur jeweils mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.
