Oldenburg - Mittlerweile gehört er zum Stadtbild, der „Draufgänger“ der als Beitrag zum Jahrhundertschritt am 24. Juni 2005, also vor 16 Jahren, in der Haaren zwischen Staulinie und Stadtgraben aufgestellt wurde. Nun ist er in die Jahre gekommen, hat Patina angesetzt und könnte einen Schlag Farbe gebrauchen.

Entworfen hatten ihn seinerzeit die Designerin Susanne Spanhake und der Architekt Fenno Brockmann, beim Aufstellen half Ingenieur Hikmet Tolan. Der Jahrhundertschritt 2005 erinnerte damals an die Landesausstellung von 1905, die im heutigen Dobbenviertel jenseits der Lindenallee/Meinardusstraße Richtung Westen aufgebaut worden war. Seitdem ist der Draufgänger fester Bestandteil des Stadtbildes. „Viele Oldenburger freuen sich über die lustige Figur, die auf Stelzen die Haaren überschreitet; in vielen Medien wurde er veröffentlicht und erinnert immer wieder daran, dass das ,Überbrücken’, sowohl im eigentlichen als auch im übertragenen Sinn zwischen Bahnhofsviertel und Innenstadt noch nicht erfolgt bzw. abgeschlossen ist“, bedauert Brockmann die stockende Entwicklung.

In direkter Verbindungslinie zwischen Bahnhof und Innenstadt in der Verlängerung der Bahnhofsstraße liegt die „Alte Stadtkasse“ an der Gottorpstraße, die (wie berichtet) von Tolan und Brockmann erworben wurde und zurzeit in ein Veranstaltungs- und Dienstleistungszentrum umgebaut wird. Tatsächlich war bis zu seiner Bebauung das Grundstück längere Zeit freigelassen worden. Die Bahnhofstraße sollte, wie der Name schon sagt, den Bahnhof in direkter Linie mit der Innenstadt verbinden. Aus Sicht von Brockmann ist das auch heute noch möglich, zumindest für Fußgänger eine Verbindung zu schaffen. Gefragt sei die Initiative der Stadt. Entsprechende Überlegungen habe es schon gegeben, die Pläne seien allerdings in den Schubladen verschwunden. Das Kunstwerk „Draufgänger“ gehört der Stadt Oldenburg, die Initiatoren bieten an, die Sanierung tatkräftig zu unterstützen.

Elf Meter ist die Skulptur hoch, die Richtung Bahnhofsviertel blickt. Das Zielkonzept 2008 der Stadt Oldenburg sah die Neugestaltung der Straßen Staulinie/Staugraben vor. Das Bahnhofsviertel sollte besser an die Innenstadt angebunden werden, dabei galt und gilt es, Hindernisse wie etwa die Haaren zu überwinden. Schnell und unkompliziert, wenn’s eben sein muss auf Stelzen, diese Idee hat die Jury des von der Stadt ausgelobten Kreativwettbewerbs „Leuchtzeichen“ überzeugt. Ursprünglich war die Demontage des Draufgängers für den Herbst 2005 geplant. „Es sei denn, die Oldenburger gewinnen ihren Draufgänger lieb und möchten, dass er stehen bleibt“, sagte Susanne Spanhake bei der Aufstellung. Ihr Wunsch sollte in Erfüllung gehen.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg