Oldenburg - Wer hätte gedacht, dass der Titel so gut passt: „Confusion“ – also Konfusion – hieß das Motto von „Classic meets Pop“ im Jahr 2020. Sie war die erste Großveranstaltung in Oldenburg, die wegen der Pandemie abgesagt werden musste. Am Tag, als die Proben beginnen sollten, kam das Verbot. Und seitdem: Konfusion in der Veranstaltungsbranche. Ein Hin und her an Regeln und Vorgaben, Planungen und Absagen.
„Classic meets Pop“ hat auch 2021 nicht stattgefunden, wurde frühzeitig abgesagt. Nun startet das Organisationsteam um Reinke Haar einen neuen Versuch. Am 4. und 5. März 2022 sollen sich Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Klassik und Pop wieder zu einem gemeinsamen Spektakel in der großen EWE-Arena treffen. Aber kann die beliebte Show wirklich stattfinden?
Keine Prognose
Haar zuckt mit den Schultern. Er hat es inzwischen aufgegeben, Prognosen zu formulieren. „Meine waren alle falsch“, sagt er. Was die Show im kommenden Jahr angeht, steckt er jetzt schon in der dritten Phase: Im Herbst schien Deutschland die Pandemie grundsätzlich im Griff zu haben, im Zweifel eben mit 2G. Also ging der Daumen für die Veranstaltung nach oben, Plakate wurden gedruckt und aufgehängt. Hätte Haar die Entscheidung vor zwei Wochen treffen müssen, hätte er „Classic meets Pop“ wohl eher um ein weiteres Jahr verschoben. In den vergangen Tagen, in denen die Coronazahlen in Niedersachsen langsam wieder zurückgingen, überwog wieder die Hoffnung. „Am Ende werden wir einfach abwarten müssen.“
„Confusion“ heißt das Motto von „Classic meets Pop“ am 4. und 5. März 2022. Dahinter steckt der Plan, bekannte Musik in neuem Gewandt zu präsentieren.
Geplant sind zum Beispiel Hits von Rihanna im Stil der 1950er, von Falco in einer Hip-Hop-Version oder von David Guetta gesungen von einer Sopranistin. Ein Höhepunkt soll die Verknüpfung von Beethovens 5. Symphonie mit dem Modern-Talking-Klassiker „You’re my heart, you’re my soul“ werden.
Die Bühne birgt eine Besonderheit. Erstmals wird sie um 90 Grad gedreht, steht quer in der Halle und wird von drei Seiten vom Publikum umschlossen.
Anpassungen des für 2020 geplanten Programms 2020 habe es gegeben, sagt Veranstalter Reinke Haar. So steht das damalige Beethoven-Jahr nicht mehr im Fokus. Dafür wird an die Rückkehr von Abba und das Jubiläum von Queen erinnert.
Auf der Bühne stehen Künstlerinnen und Künstler aus dem Nordwesten. Dazu gehören Lina Ziegler, Anica Russo, Erwin Holm, Wilson & Jeffrey oder Martha Eason. Mit dabei ist auch das Oldenburgische Staatsorchester.
Abgewartet haben auch viele Ticketinhaber, die ihre Karten für 2020 gekauft und seitdem behalten haben. „Wir hatten einen Rücklauf von nur zehn Prozent“, berichtet Haar. Die Show hat in der Region ein großes Renommée. Wer Tickets hat, besonders für gute Plätze, gibt sie so schnell nicht wieder her, die Nachfrage ist groß. Auch jetzt ist ein Großteil der Karten bereits vergriffen.
Ganz oder gar nicht
Klar ist für Haar: Die Veranstaltung wird entweder mit komplettem Publikum stattfinden – oder gar nicht. „Wir werden nicht einfach die Hälfte nach Hause schicken.“ Mit 2G könnten alle gut leben. Bei 2G-plus wäre er sehr skeptisch, ob das mit mehreren tausend Zuschauern, für die man möglichst Testmöglichkeiten vorhalten müsste, funktioniert. „Am Ende wird es darum gehen, ob wir die Show ohne Risiko für Künstler und Besucher durchziehen können.“
Die Lust, ein großartiges Programm auf die Bühne zu bringen, ist auf jeden Fall da. Beim Team und bei den Künstlern. Alle, die 2020 zugesagt hatten, sind auch 2022 immer noch dabei. „Die Gelegenheit, mit einem Symphonieorchester aufzutreten, gibt es selten. Das will sich niemand entgehen lassen“, weiß Haar. Zweimal mehr als 3000 Zuschauer hat man zudem auch nicht alle Tage. Daher hoffen alle, dass die Corona-Konfusion abebbt, damit die musikalische Konfusion starten kann.
