Oldenburg - Endlich wieder auf der Bühne stehen, endlich wieder Applaus, endlich wieder Publikum in Farbe und zum Miterleben: Das war der Tenor der Bands, die bei der diesjährigen Abschlussgala der Kulturbörse Nordwest ausgezeichnet wurden.
Exotische Klänge
„Seit letztem Jahr sitzen wir Zuhause“, beschreibt Omid Bahadori von der Band Sedaa, die den Kulturpreis Nordwest für Musik und 1000 Euro gewann. Der Iraner schaffte zusammen mit seinen Bandmitgliedern aus der Mongolei eine einzigartige Atmosphäre. Mit Gesangstechniken wie dem Unterton und exotischen Instrumenten, darunter das Hackbrett und die Pferdekopf-Geige, zogen sie das Publikum in ihren Bann. „Man hat das Gefühl, sich durch die mongolische Steppe zu bewegen“, meint Ina Lehnert-Jenisch von der Wirtschaftsförderung Oldenburg nach dem Auftritt.
Die Band Sedaa errang den Kulturpreis Nordwest für Musik
Piet Meyer
Sie unterhielt mit mongolischen Klängen.
Piet Meyer
Das Duo Unerhört Hörenswert erhielt den Kulturpreis Nordwest für Darstellende Kunst
Piet Meyer
Das Duo Unerhört Hörenswert erhielt den Kulturpreis Nordwest für Darstellende Kunst
Piet Meyer
Die Band Dánacht wurde als beste Newscomer ausgezeichnet.
Piet Meyer
Die Band Dánacht wurde als beste Newscomer ausgezeichnet.
Piet Meyer
Als ihre erste Amtshandlung überbrachte die neue Bürgermeisterin Nicole Piechotta die Grüße der Stadt Oldenburg.
Piet MeyerMixer, Töpfe und Gläser
Von der Exotik Ostasiens ging es in die eigene Küche. Das Bremer Duo Unerhört Hörenswert schnappte sich Schläuche, Küchenutensilien und Steuererklärungsformulare, um Musik zu schaffen. Ausgezeichnet wurden Susanne Sasse und Martin Kratzsch mit dem Kulturpreis Nordwest für Darstellende Kunst und erhielten ebenfalls 1000 Euro. „Alltagsgegenstände bieten sich an, denn man spielt immer wieder mit ihnen rum und kreiert so Töne“, beschreibt Kratzsch die Entwicklung der Idee. Die Musik des Paars sei wie eine Spielwiese mit der Freiheit, alles zu machen.
Die Lücken füllen
Übergeben wurde der Preis von der Bremer Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa, Kristina Vogt. „Die Kultur ist wichtig für unsere Städte und die Region, denn wer zieht in eine Stadt, die kulturell nichts zu bieten hat?“, erläuterte sie die Förderung der Stadt Bremen. Man versuche, die Kultur zu unterstützen und die Lücken zu füllen, die die Bundesregierung gelassen habe. Dem stimmt Björn Thümler, Minister für Wirtschaft und Kultur des Landes Niedersachsen, zu: „Die Kultur ist eine Aufgabe, die unsere Gesellschaft zusammenhält.“ Deswegen sei es wichtig, sie zu fördern. Doch auch für die Wirtschaft habe die Kultur eine große Bedeutung. „In der Kultur ist ein großer Anteil der Erwerbstätigen angesiedelt, mehr als in der Chemieindustrie“, erklärt Lehnert-Jenisch von der Wirtschaftsförderung.
Irish-Folk auf eigene Art
Zuletzt die Bühne betreten durfte die Newcomer-Band Dánacht, die den Newcomer-Preis und 700 Euro Preisgeld entgegen nahm. Die fünf Studenten aus Oldenburg überzeugten mit ihrem dynamischen und schwungvollen Irish-Folk. „Wir sind dankbar, dass wir wieder loslegen können“, beschreibt Tristan Pargmann. Die Band drücke mit Einflüssen aus Klassik, Jazz, Rock und Pop dem Irish-Folk ihren ganz eigenen Stempel auf. „Dadurch wird die Musikrichtung sehr lebendig.“
