OLDENBURG -
Von Jens Joest
OLDENBURG - Reinhold Boehme stinkt es, und zwar im Wortsinn. Mindestens dreimal pro Woche besucht der 71-Jährige das Kulturzentrum PFL. „Ich nutze die Bibliothek, arbeite für die Seniorenzeitschrift Herbstzeitlese, außerdem gehöre ich einer Spanisch-Sprachgruppe an und betreibe Gehirn-Jogging im PFL“, erzählt er.Boehme stinkt der blaue Dunst. „Es genügen schon drei Raucher, um das ganze Foyer zu verqualmen“, findet er. Die dort stehenden Aschenbecher würden regelrecht zum Rauchen einladen. „Viele Nutzer im PFL ärgern sich“, berichtet der Everster, „aber niemand sagt etwas.“
Er habe nichts gegen Raucher persönlich. „Viele gehen aus Rücksicht schon von sich aus mit ihrer Zigarette vor die Tür“, lobt Boehme. Dennoch: „Ich finde das Verhalten der Stadt inkonsequent“, sagt er. Die Gesundheitsgefahren des Rauchens und Passivrauchens seien bekannt, immer mehr Gebäude wie Schulen oder Bahnhöfe inzwischen rauchfrei. Nicht aber das PFL.
Das soll auch vorerst so bleiben. „Wir wollen die Raucher nicht diskriminieren und vor die Tür zwingen“, sagt Stadt-Sprecherin Christiane Maaß zur NWZ . Auch im Bistro wolle die Stadt das Rauchen zurzeit nicht verbieten.
Grundsätzlich gibt es in städtischen Gebäuden mit Publikumsverkehr Raucherzonen. In Büros, Sälen oder – im Fall des PFL – Veranstaltungsräumen soll nach Maaß‘ Angaben niemand rauchen.
Im PFL ist das Foyer aus zwei Gründen Raucherzone: „Erstens, weil die Leute sich länger in den Räumen als im Flur aufhalten“, erläutert die Stadtsprecherin. „Und zweitens, weil im Foyer Luft und Rauch am besten zirkulieren können.“ Nämlich jedes Mal, wenn die Außentüren geöffnet werden.
