OLDENBURG - „Schon seit heute Morgen ist hier richtig was los“, freut sich Beate Anneken, „die Besucher sind sehr interessiert und auch versiert“, so die Leiterin der Werkschule am Hochheider Weg. Beim Tag der offenen Tür konnten Kunst-Interessierte am Sonntag Semesterarbeiten von Teilnehmern der unterschiedlichen Kurse bestaunen.
Auch selbst aktiv zu werden gehörte dazu: „Für Anfänger ist es gewöhnungsbedürftig, die Geschwindigkeit zu erreichen“, sagte Hartwig Witte, der die Besucher zu „Trockenübungen“ an der Töpferscheibe einlud. „Aber wer mal an einem Wochenend-Kurs teilnimmt, weiß hinterher, ob das was für ihn ist oder nicht.“
„Woher kommen denn die ganzen Ideen?“, möchte eine Besucherin angesichts der zahlreichen unterschiedlichen Exponate aus den Keramikkursen wissen. „Als Ausgangspunkt dient vielleicht etwas, das man irgendwo gesehen hat und imitiert. Aber dann entwickelt es sich zu etwas Eigenem“, meint Witte.
„Ich nehme seit etwa einem Jahr an dem Mappenkurs teil“, erzählt Florian Kirmes. Der 18-Jährige macht dieses Jahr sein Abitur und möchte danach an eine Kunstakademie gehen: „In Berlin oder Düsseldorf möchte ich mich bewerben.“ Das Entscheidende an so einer Bewerbung ist die Mappe mit Arbeiten. „Dieser Kurs findet zweimal die Woche statt“, erzählt Künstler Peer Holthuizen, der den Kurs leitet. „Das ist eine Vorbereitung für unterschiedliche Fachrichtungen, sei es Mode, Innenarchitektur oder freie Kunst. Man kann sich jeden Monat an- oder abmelden. Manche Teilnehmer merken hier, dass Kunst auch harte Arbeit ist.“
„Im Mappenkurs habe ich viel Kontakt zu anderen Jugendlichen bekommen“, erzählt Florian Kirmes, von dem an diesem Tag u.a. großformatige Werke mit expressiver Farbigkeit ausgestellt sind. „Wir haben auch gemeinsam Exkursionen unternommen.“
Vielen ist die Werkschule durch die Internationalen Keramiktage bekannt; auch in diesem Sommer werden wieder rund ums Schloss Arbeiten internationaler Keramikkünstler zu sehen sein. „Und für das Keramikerporträt und die Masterclass haben wir erneut einen absoluten Keramik-Star gewinnen können“, verspricht Beate Anneken.
