Oldenburg - Die besten Ideen kommen einem, wenn man den Kopf frei hat, die Seele baumeln lässt und, wie bei Kunstbauer Michael Olsen geschehen, beim Anblick der Nordsee, dem Strand von St. Peter Ording und dem Klang der kreischenden Möwen an seine geliebte Heimatstadt denkt – Oldenburg. Beim weiteren Nachdenken darüber, was man ihr Gutes tun könnte, kam dem Künstler die Idee: Ein Hochzeitsrad, das wäre doch was, das würde doch gut zur Radfahrerstadt passen.
Stadt hat kein Geld
Gedacht, getan. Nach seiner Rückkehr setzte sich Olsen ans Zeichenbrett und entwarf eine erste Skizze, stellte den Plan zwecks Finanzierung der Umsetzung dem Oberbürgermeister vor, der sah im städtischen Etat aber wohl keine Möglichkeit, die eher private Idee im Sinne des Künstlers und in seinem Auftrag zu verwirklichen. Doch Olsen ließ sich nicht entmutigen, tüftelte weiter und begab sich auf die Suche nach Sponsoren. Herausgekommen ist eine Finanzierung über die Crowdfunding-Plattform der R-V Stiftung, Partner ist die „Stiftung Kulturetage eV.“
Darstellung Vision
Die Zeichnungen sind vorerst eine Studie, eine Darstellung der Vision, wie es mal aussehen soll, sagt Olsen. Doch steht das Gestell eines ausgemusterten Dreirades der Post mittlerweile auf zwei Metall-Böcken in seiner Werkstatt. „Ein Dreirad – natürlich!“, betont der Kunstbauer. „So groß, dass das Hochzeitspaar hinter dem Fahrer auf einer bequemen Bank sitzend zum Standesamt gebracht und nach der Trauung wieder abgeholt werden kann – auf Wunsch zu einer frei gewählten Runde durch die Stadt. Die Bank kann auch gegen die Fahrtrichtung auf der Plattform montiert werden.
Richtlinien beachtet
Olsen: „Selbstverständlich gebaut nach den Richtlinien der Straßenverkehrszulassungsordnung. Natürlich in weiß und mit einem Dach, einem Baldachin, vielleicht auch mit einem stilvollen Geländer drum herum sowie links und rechts je ein kleines Treppchen für das Brautpaar. Und einem Sektkühler mit Eis, zwei Halterungen für Sektgläser (ein weiteres als Ersatz !)“, freut sich Olsen auf die Umsetzung seiner Idee. Ebenso soll eine Box nicht fehlen, in der einige rosarote Luftballons verstaut werden können, mit einem Verschluss, den das Paar auslösen kann um die Ballons – oder zwei weiße Brieftauben – in den Himmel steigen lassen zu können. Auch soll eine kleine Musikanlage für eine dezente Hintergrunduntermalung nicht fehlen.
So soll es später einmal aussehen: Mit dem Hochzeitsrad von Michael Olsen geht es dann zur Trauung. Michael Olsen
Das Gefährt wird mit zwei ineinander verschlungenen Ringen im Rahmen gestaltet und einer roten Stange als symbolhaften Pfeil Amors. Nebenbei verhelfen die Accessoires dem Rahmen zur nötigen Stabilität. Rechtzeitig zur Eröffnung der Fahrradsaison und der Veranstaltung „Hallo Fahrrad“ am 3. April will Olsen das „Oldenburger Hochzeitsfahrrad“ vorstellen. Möglichst mit Hochzeitspaar, das im Schloss oder auf dem Schlossplatz getraut wird und dann als erstes mit dem Rad durch Oldenburg kutschiert werden kann.
