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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Mehr Polizisten, mehr Beton

08.11.2017

Oldenburg Als im vergangenen Jahr eine terroristisch motivierte Amokfahrt auf dem Berliner Weihnachtsmarkt das ganze Land erschütterte, mussten Stadt, Schausteller und Behörden auch in Oldenburg reagieren – und entschieden sich damals gegen eine Absage, gegen das Ende des Lambertimarktes. Auch wenn im Schock zu jenem Zeitpunkt die besondere Bedeutung dieser Entscheidung noch nicht so recht zu sehen war, so weiß Schaustellerchef Michael Hempen heute: „Es war der richtige Weg – und das nicht aus finanziellen Gründen. Aber sonst schließt man mit solch einem Unglück nicht ab.“

Lambertimarkt

Bald wird wieder der Lambertimarkt im Herzen der Stadt eröffnet. Zwischen dem 28. November und dem 22. Dezember erwartet Besucher dann wieder das so bewährte wie begeisternde Treiben.

Zwischen Altem Rathaus, Schloss und St. Lamberti-Kirche sind rund 125 weihnachtlich geschmückte Hütten mit allerlei Geschenkartikeln und Leckereien platziert.

Öffnungszeiten des Lambertimarktes sind Freitags und Samstags von 11 bis 21.30 Uhr und Sonntags bis Donnerstags von 11 bis 20.30 Uhr. Am Eröffnungstag – Dienstag – sind die Hütten von 17 bis 20.30 Uhr geöffnet, am 2. Dezember – Samstag – überdies von 11 Uhr bis Mitternacht.

Aufgebaut wird der Lambertimarkt ab dem 20. November. Los geht’s mit Kranarbeiten auf dem Schlossplatz – bis zum 22. November soll hier alles fertig sein. Dann wird der Kirchgang aufgebaut, am 23. und 24. folgt der Aufbau um das Alte Rathaus herum, am 25. nach dem Markt dann der restliche Rathausplatz.

Täglich gibt es im Vorlesezelt eine kostenlose Märchenstunde, zweimal wöchentlich auch eine Lesung auf Plattdeutsch.

Am Morgen nach dem schrecklichen Vorfall hatten sich Schausteller, Stadt, Polizei und Feuerwehr also zusammengesetzt, den Fortlauf und kurzfristige Schutzvorkehrungen besprochen. Großformatige Laster wurden vor die Zufahrten gestellt, Einsatzkräfte mit schweren Waffen eindrucksvoll ebenda platziert. „Ich bin allen Beteiligten dankbar, dass wir so entschieden hatten und sagten: Nein, wir lassen uns nicht in die Knie zwingen. Aber es war das schlimmstmögliche Szenario“, sagt Hempen. Gedenkminute und nachklingendes Glockenläuten folgten. „Dies alles abzuarbeiten, war nicht einfach. Die Welt ist da auch für alle Schausteller stehengeblieben – aber alle hatten direkt zusammengestanden. Und heute sind wir gemeinsam wachsamer.“

Doch sichtbare Schnellfeuerwaffen und weihnachtlich geschmückte Buden, dazu „Stille Nacht“ und „Ihr Kinderlein kommet“? Nein, das passte damals so gar nicht zueinander. Es war ein weithin aus der Not heraus geborener Akt, ein „Fall der Fälle“, wie er wohl nur in Aktenkladden in den untersten Schubladen zu finden ist, ein wie auch immer zu wertendes Sicherheitssignal für Besucher und abschreckend für potenzielle Gefährder. Ganz gleich, ob es diese damals nun auch in Oldenburg gegeben haben mag oder nicht.

Heute, ein Jahr später, ist man nicht minder auf solche „unfassbaren Momente“, wie sie eben nur in schlimmstmöglichen Situationen eintreten, vorbereitet. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen – geplant von Stadt, Schaustellern und Behörden – gibt es zuhauf, diese sind längst Stadtfest- und Kramermarkterprobt.

Beispiel Betonpoller. Diese Barrieren werden auch beim Lambertimarkt an Zufahrten aufgestellt, heißt es von der Stadt. Unter anderem. Weitere „flexible Lösungen bei der Zufahrtssicherung“ seien ebenso geplant, heißt es indes von den Behörden, ohne ins Detail zu gehen.

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Beispiel Polizei: Die sogenannten Präsenzstreifen (also neben den zivilen Kräften deutlich als Polizisten erkennbare Einsatzkräfte) werden aufgestockt.

Beispiel Technik: Wie schon beim Kramermarkt und Stadtfest wird hier ebenso verstärkt mit Videoüberwachung gearbeitet. „Sie dient nicht der Aufzeichnung, sondern allein der Beobachtung“, sagt Polizeidirektor Eckhard Wache, und stützt sich dabei auf jüngste Erfahrungswerte. „Sie erweist sich für uns als sehr sinnvoll, weil wir mit ihr einige mögliche Gefahren wie Schlägereien bereits im Entstehungsprozess im Keim ersticken konnten.“

Weitere personelle Unterstützung wird an Wochenenden von niederländischen Kollegen geleistet, auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind im Einsatz. „Die Präsenz wird deutlich sichtbar erhöht“, so Wache. Daneben wird die Polizei wohl wie im Vorjahr Präventiv-Aktionen während des Marktes starten. Eine davon – hier wurden Polizisten zu Taschendieben – sorgte 2016 für Beachtung.

Marc Geschonke
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2107

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