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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Vato Magradze braucht 70.000 Euro – und hofft auf ein Wunder

14.09.2018

Oldenburg Vato Magradze ist ein Geiger, ein guter Geiger. Er spielt in der Gruppe der ersten Geiger im Georgischen Philharmonischen Orchester, genauer: er spielte dort bis Mai. Damals fühlte er sich zunehmend unwohl und schlapp. Die Ärzte in Tiflis vermuteten eine Leukämie – ein Verdacht, der sich schließlich bei einer Untersuchung in Deutschland bestätigte. Die Diagnose lautet akute lymphatische Leukämie. Mehr als 30 000 Leukozyten pro Mikroliter Blut wurden ermittelt – Magradze wird als Hochrisiko-Patient eingestuft. Das bedeutet in Deutschland: Chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation.

„Das war ein Schlag“, erzählt der 27-Jährige. Neben ihm steht ein Ständer mit mehreren Medikamentenbeuteln. Schläuche führen in seinen Körper. Ab und an knistert der Apparat leise. „Mein wichtigster Freund“, sagt er ein wenig bitter. „An das Geräusch gewöhnt man sich.“ In seinem jetzt haarlosen Schädel fallen seine dunkelbraunen Augen besonders auf. Seine Lebensgefährtin Natia Kuloshvili, eine Zahnärztin aus Tiflis, greift nach seiner Hand. „Ohne sie hätte ich es bis hierhin nicht geschafft“, sagt er. Sie verbringt soviel Zeit in der Klinik wie möglich, die Praxis in Georgien wird vom Vater betreut.

Weder die empfohlene dreimonatige Chemotherapie noch die anschließende Transplantation wären in Georgien möglich gewesen. Über Freunde und Verwandte kam der Violinist nach Oldenburg. Die Kosten für seine Behandlung muss er selber tragen. Und die haben es in sich: 270 000 Euro hat die Klinik veranschlagt. 100 000 Euro wurden sofort fällig, den restlichen Betrag muss er vor der Transplantation bezahlen.

Seine Familie hat Wohnungen in Georgien verkauft, Freunde und Kollegen haben Geld gegeben, es gab Spendenaktionen, Benefizkonzerte in Georgien und auch in der Schweiz, einen geringen Teil steuert Georgien bei. Die Chemotherapie ist bezahlt. Für die Stammzellen-Transplantation fehlen ihm noch etwa 70 000 Euro. Sie sollte möglichst bald nach der Chemotherapie folgen. Die Suche nach einem Spender über die internationale Datenbank hat die Klinik schon eingeleitet – bis jetzt noch ohne Erfolg.

„Ich bin unglaublich dankbar für alle, die mir geholfen haben. Ich glaube, dass alles gut werden kann“, sagt Magradze, und macht schon Pläne, wie er sich bedanken könnte: ein Konzert in einer Kirche, vielleicht in der Klinik – wenn die Kraft wieder reicht. Seine Geige ist mittlerweile auch in Oldenburg. Mutter Nino hat sie zu seinem Geburtstag am 5. September mitgebracht. „Seitdem ich acht Jahre alt war, spiele ich fast täglich. Nach vier Monaten ohne mein Instrument kam es mir plötzlich ganz fremd und klein vor“, erzählt er.

Woher die noch fehlende Summe für die Transplantation noch kommen kann? Der 27-Jährige zuckt ein wenig hilflos die Schultern. Er hofft auf die Freunde und Kollegen und auf namenlose Helfer, die etwas auf das von Freunden eingerichtete Spendenkonto zahlen.

Katja Mielcarek
Redakteurin
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2103

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