Oldenburg - Erderwärmung, ansteigende Meeresspiegel, abgeholzte Regenwälder, der Raubbau an der Natur: Die Angst vor dem Leben in der Zukunft hat vor allem die jungen Leute freitags zum Demonstrieren auf die Straße gebracht. Auch in Oldenburg streikten Tausende vor Corona für mehr Klimaschutz und sind Teil einer weltweiten Bewegung.

Wer gibt der Bewegung ein Gesicht?

Doch wer verbirgt sich hinter „Fridays for Future“? Was bewegt die jungen Leute? Was treibt sie an? Viviane Michaelis (23), Yantin Fleischhauer (20) und Jan Galuska (24) geben der Bewegung ein Gesicht. Sie eint die Erkenntnis, dass die Demonstrationen aus ihrer Sicht zwar wichtig und sinnvoll sind, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Um tatsächlich etwas für den Schutz der Umwelt zu erreichen, müssen aber konkrete Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden.

Was haben die jungen Leute gemacht?

Gemeinsam mit 15 weiteren jungen Leuten haben sie sich im Herbst vergangenen Jahres zusammengesetzt und einen Leitantrag für die Kommunalpolitik erarbeitet, in dem sie „ein zukunftsfähiges Oldenburg – Ansätze für wirksamen Klima- und Umweltschutz auf lokaler Ebene“ fordern. Die Inhalte dieses Leitantrags mit 88 Beschlussvorlagen aus den Bereichen Bauen/Umwelt/Verkehr wurden in Workshops unter Beteiligung der Stadtverwaltung, Politik und von Experten erörtert. Hinzu kamen dadurch 18 weitere Vorlagen, die nun zur Abstimmung auf der Tagesordnung der Fachausschüsse und es Rates landen werden. Darauf warten die Vertreter von „Fridays for Future“ ungeduldig. Eine Sondersitzung des Umweltausschusses vor der Sommerpause im Juli führte aus ihrer Sicht zu keinen zufriedenstellenden Ergebnissen.

Fast alle in dem Antrag geforderten Maßnahmen wurden zur weiteren Beratung in die Fachausschüsse überwiesen. Sehr zum Ärger der jungen Leute: „Wir haben eine Verantwortung. Wir können die Welt so nicht lassen, wenn wir sie in ihrem jetzigen Zustand schlecht finden“, sagt Jan Galuska. für ihn waren die Proteste gegen die Abholzung des Hambacher Forstes für den Braunkohletagebau ausschlaggebend, sich zu engagieren. Yantin Fleischhauer empfand die Großdemonstrationen in Oldenburg als große Erleichterung. „Wir haben die Dynamik und den Mut, etwas zu verändern“, sagt die 20-Jährige. Den Weg in die Politik hat Viviane Michaelis gefunden. Sie wird demnächst als Vertreterin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als beratendes Mitglied dem Umweltausschuss angehören. In gleicher Funktion ist mit Leonie Mazalla auch „Fossil free Oldenburg“ in dem Gremium schon vertreten – durch beide findet Fridays for Future dort Gehör.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg