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Verkehr der Zukunft Oldenburger Initiative fordert mehr Mut bei der Umsetzung neuer Ideen

Situation an der Auguststraße: Radfahrer, Autos und Busse (und auch Fußgänger) müssen irgendwie miteinander klarkommen.

Situation an der Auguststraße: Radfahrer, Autos und Busse (und auch Fußgänger) müssen irgendwie miteinander klarkommen.

Oldenburg - Auto, Bus, Fahrrad oder alles in Kombination: Wie und wo wir uns in der Stadt fortbewegen, ist eines der großen Zukunfts- und in diesem Jahr auch Wahlkampfthemen in Oldenburg. Die Politik hat in dem Zuge gerade einen „Rahmenplan Mobilität und Verkehr 2030 auf den Weg gebracht“.

Doch es gibt Menschen, die sich einen schnelleren Fortschritt und mehr kreative Ideen für die Stadt wünschen. Einige von ihnen tauschen sich regelmäßig in der Initiative Verkehrswandel aus.

„wenig passiert“

Michael Wenzel lebt seit 2012 in Oldenburg, „einer schicken Stadt“, wie der 35-Jährige schnell feststellte. Das Thema Stadtverkehr der Zukunft verfolgt er mit großem Interesse.

Nach einigen Jahren hatte er trotz aller Diskussionen und Versprechungen den Eindruck: „So richtig viel ist gar nicht passiert.“ Auch Klaus Göckler (50), der als Geschäftsführer des Carsharing-Anbieters Cambio zudem ein berufliches Interesse an neuen Mobilitätsformen hat, sieht noch viel Raum für Verbesserungen und hat sich ebenfalls der Gruppe angeschlossen. „Ich bin hier auf informierte Leute getroffen, die ohne Polemik über das Thema Verkehr diskutieren.“

Gegründet worden ist die Initiative 2019 ursprünglich von Eltern, die sich für ihre Kinder ein besseres Wohnumfeld mit weniger Verkehr und parkenden Autos wünschten. Inzwischen gibt es ein monatliches Plenum (derzeit natürlich online), an dem bis zu 80 Personen teilnehmen. Rund 460 Interessierte sind im Verteiler der Gruppe. Zudem gibt es Arbeitsgruppen, die sich mit spezifischen Themen beschäftigen. Ein harter Kern von meist zehn bis 20 Teilnehmern ist besonders aktiv.

Alle Parteien

Auch wenn die inhaltlichen Überschneidungen mit den Grünen wohl am größten sind, sei die Initiative kein Grünen-Wahl-Verein. „Bei uns engagieren sich auch Mitglieder anderer Parteien“, sagt Wenzel. Die Gruppe habe auch Kontakt zu allen Fraktionen gesucht und sei schon mehrfach eingeladen worden, um ihre Ideen vorzustellen. Diese Arbeit ist aus Sicht der Initiative in diesem Jahr besonders wichtig. Schließlich stehen im Herbst Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl an und nahezu alle Parteien und Kandidaten springen auf das Thema Klimaschutz auf.

„Die Chance auf eine Umsetzung eines Verkehrswandels in unserem Sinne war nie größer“, sagt Wenzel. Beispiel: Den Vorstoß der CDU, am Schlossplatz auf Parkplätze zu verzichten, hätte es ohne „Fridays for Future“ nie gegeben, ist er sich sicher.

Nun wolle man „der Politik Mut machen“, beim Thema Verkehr auch ganz neue Wege zu gehen und deutlich machen, dass es dafür eine angemessen breite Unterstützung gebe. „Die Offenheit ist bei den Menschen oft größer, als die Fraktionen meinen“, sagt Göckler.

Auto weiter wichtig

Im Rahmen ihrer Arbeit wolle man das Auto nicht verteufeln. „Es wird weiter ein zentrales Verkehrsmittel bleiben“, so Wenzel. Aber je stärker alle anderen Optionen seien, desto weniger würden die Menschen aufs Auto zurückgreifen. Um das zu erreichen, brauche es aber nicht noch mehr Konzepte, man müsse einfach mal etwas ausprobieren. „Für den Verkehrswandel muss mehr passieren, als nur Verbrenner gegen E-Autos auszutauschen“, sagt Wenzel.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)
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