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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Oldenburg möchte Homosexuellen gute Heimat sein

13.06.2012

OLDENBURG Klare Worte des Oberbürgermeisters: „Als Mittel- und Bezugspunkt einer großen ländlichen Region hat Oldenburg den Anspruch und die Aufgabe, eine Heimat für Homosexuelle zu sein“, schreibt Gerd Schwandner im Grußwort für die CSD-Broschüre. In dieser „Leuchtturmfunktion“ sei die Stadt auf einem guten Weg: „Der hohe Anteil von Lesben und Schwulen an unserer Bevölkerung verdeutlicht das; wir verstehen ihn als Kompliment. Und zwar als eins, das immer wieder neu verdient sein will.“

Folgerichtig engagiert sich die Stadt auch in Sachen CSD. Annie Heger vom Verein „Lust“, der seit Jahren beim CSD die Federführung hat: „Wir haben gleich nach der Veranstaltung im letzten Jahr mit dem Kulturamt der Stadt, der Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH (OTM) und der Kulturetage eine Arbeitsgruppe gebildet, um den CSD auch inhaltlich auf breitere Füße zu stellen.“ Diese Zusammenarbeit sei auf Dauer angelegt. Initiator sei der Oberbürgermeister gewesen, der eine klare Marschroute ausgegeben habe: „Jeder, der nach Oldenburg hereinfährt, soll sehen, dass hier der CSD stattfindet.“

Deshalb sind viele Fahnenmasten mit der Regenbogenflagge beflaggt, deshalb ist das Rathaus illuminiert, deshalb ist in den Schlosshöfen eine Ausstellung in der Rotunde zu sehen, deshalb wird man laut Annie Heger in den nächsten Tagen immer wieder auf visuelle Aktionen im Stadtbild stoßen. Zudem gibt es in diesem Jahr erstmals 10 000 Euro Unterstützung von der Stadt.

Schwandner hatte schon des Öfteren in Reden hingewiesen auf den aus seiner Sicht engen Zusammenhang zwischen einer bunten und kreativen Szene, zu der er ausdrücklich auch die schwul-lesbische Gemeinde zählt, und dem wirtschaftlichen Erfolg einer Stadt. Dabei stützt er sich auf die Forschungen des US-amerikanischen Ökonomen Richard Florida, der auch einen „Gay index“ ermittelte – je mehr Kreative, Künstler und Homosexuelle eine Region zähle, desto höher der Kreative Output und damit der wirtschaftliche Erfolg. Schwandner sieht aber nicht nur die Ökonomie, sondern etwas Grundsätzliches: „Zu einer aufgeklärten Gesellschaft gehört ein Toleranzbegriff, der Vielfalt als Normalität begreift. Und wir können nicht genug dafür tun, diesen Gedanken weiterzutragen und mit Leben zu füllen.“

Dafür hat auch die Oldenburgische Landeskirche Flagge gezeigt: Während sich viele Kirchen und Religionsgemeinschaften sehr schwer tun, Schwule und Lesben zu akzeptieren, fand am vorigen Sonntag zum CSD ein Gottesdienst für alle Religionen in der Lambertikirche statt. Das Motto: „Gott, ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.“ Pastor Ralph Hennings machte deutlich: „Toleranz ist eine christliche Tugend.“ Gerade die Deutschen seien aber gut darin, Menschen auszusortieren, mahnte der Theologe.

Thorsten Kuchta
stv. Redaktionsleitung
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2102

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