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Musik in St. Stephanus Alte Liebe auch nach 35 Jahren rostfrei

Horst Hollmann
Das Trio „Vis à vis“ mit (v.l.) Georg Kallweit, Tabea Höfer und Björn Colell.

Das Trio „Vis à vis“ mit (v.l.) Georg Kallweit, Tabea Höfer und Björn Colell.

Veranstalter

Oldenburg - Alte Liebe rostet nicht. In diesem Sinne pflegt die Reihe „Musik in St. Stephanus“ in Bloherfelde rostfreie Beziehungen zu namhaften Musikerinnen und Musikern. Ein Auftritt kommt in der Kirche an der Windthorstraße 39 selten nur einmalig zustande. Am Sonnabend, 9. September, gastiert um 18 Uhr das Trio „Vis à vis“. Das ist ein Auftritt mit Wiederkennungswert der Ausführenden.

Feine Patina

Tabea Höfer, Georg Kallweit (Violinen/Viola) und Björn Colell (Theorbe/Barockgitarre) bilden die Formation. „Colell war erstmals vor 35 Jahren während seiner Studienzeit zu Gast“ erinnern sich Gabriele und Peter Hoeltzenbein. Sie organisieren die Stephanus-Musiken seit Jahrzehnten. Ihre ideenreichen, außergewöhnlichen und auch mal ausgefallenen Programme sind allenfalls mit feiner Patina veredelt. Aber von Rost keine Spur.

Tabea Höfer hat sich nach Jahren im Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin speziell der Barockvioline gewidmet. In vielen hochrangigen Ensembles der Alten Musik wird sie im Tutti und als Solistin geschätzt. Ebenso vielseitig zeigt sich Georg Kallweit. Über Barockmusik hinaus zieht ihn auch moderne Musik an. So verpflichtet ihn das Finnish Baroque Orchestra ebenso wie das Ensemble Resonanz. Vor allem bekannt wurde er als Konzertmeister der Akademie für Alte Musik Berlin – und in Oldenburg eben als Gast in St. Stephanus.

Björn Colell ist als Dozent für historische Zupfinstrumente an mehreren Hochschulen tätig. Zwischen Berliner Barocksolisten, Freiburger Barockorchester, Drottningsholm Barockorchester oder Berliner Barock Compagney ist überall seine Kunst in der Continuo-Gruppe oder als Solist gefragt. Man höre ihn mit Cecilia Bartoli und der Akademie für Alte Musik in der italienischen Arie „Di questa cetra in seno“ von Christoph Willibald Gluck. Da ahmen Streicher-Pizzicati und Laute zum schmachtenden Mezzosopran den Klang der Lyra nach. Was für ein feiner Effekt.

Feilen am Programm

Das Programm am 9. September enthält Werke von Heinrich Ignaz Franz Biber und Johann Sebastian Bach. Kurzfristig soll noch abgestimmt werden, ob Musik von Johann Vierdanck oder Marco Uccelini dazukommt. Der Eintritt ist frei.

Eins der schönsten Komplimente für die Musik in St. Stephanus stammt von Colell. „Vor zehn Jahren hatten wir ihn mal mit einer Terminanfrage in Helsinki erreicht, kurz vor dem Abflug nach Japan“, erzählen die Hoeltzenbeins. „Ach, bei euch klingt es doch immer so schön“, sagte er spontan, „ich schaue mal in meinen Terminkalender.“ Jetzt hat er es also wieder einmal hinbekommen.

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