Oldenburg - Man kann über das Oldenburger Wetter sagen, was man will: Wenn man es braucht, ist es da. Das Sonnenwetter. So war es auch während der Nadorster Meile am Samstagvormittag. Vorausgesagt waren Unwetter. Aber strahlender Sonnenschein, beste Stimmung und ein fröhliches Publikum waren angesagt. Angefangen bei der Puppenbühne „Heyderhoffmann“ für die ganz Kleinen bis hin zu den rockig, swingigen Klängen von Gerd Albers und Jens Buntemeyer. Dazwischen die Kunstausstellung im „Beerkrug“ mit Werken von Heino Dedering alias H. Noon und anderen Künstlerinnen und Künstlern.
Ein besonderer Hingucker, nicht nur für die Kinder, war der Seifenblasenmann „Elias“ von „Bubbles for fun“. Er zauberte Seifenblasen in der Größe eines ausgewachsenen Menschen bis hin zu „tausenden“ von Miniblasen gleichzeitig. Ein Gekreische bei den Kleinsten, die immer wieder versuchten in die großen Blasen einzusteigen – die Illusion zerplatzte im wahrsten Sinne des Wortes.
Feuerspucker
Eine Augenweide waren die Feuerspucker um Liane Ladberg und Julia Schmidt. Tänzerisch ja choreografisch absolvierten sie ihr Programm mit ihren Partnern auch bei grellem Sonnenschein. Etwas einsam und doch stimmlich sehr präsent ließ sich „Meloolina“ hören.
So richtig professionell waren Gerd Albers (Sänger) und Jens Buntemeyer (Pianist) zu hören. Der charismatische Sänger Albers zog sein Publikum mit Charme und besonderer Bühnenpräsenz unter dem schwarzen Baldachin in seinen Bann. Mit seinem Pianokollegen Buntemeyer wurden Sinatra, Presley und andere Größen des Swing, Jazz, Rock und Pop präsentiert.
Jürgen König hatte sich vor seinem Geschäft Willers die „Flower Street Band“ gesichert. Fetzig, rockig und jazzig kamen sie daher. „Seit zwei Jahren passiert im Kulturbereich alles nur in abgespeckter Form. Die Nadorster Meile sollte eine Outdoor-Veranstaltung sein, die pandemiegerecht ist, aber auch einem breiten Publikum ohne Beschränkung Freude machen kann“, so König. „Wir werden weitermachen“, verspricht der Organisator.
Fehlende Verstärker
Etliche Kleingruppen boten ihre Künste an. So auch „Joe und Dobro“. Dobro ist einerseits der Soundkollege von Joe, zum anderen aber gilt Dobro heute vielfach als Synonym für alle Resonatorgitarren mit Holzkorpus. Sie spielten überwiegend Blues und es machte ihnen Riesenspaß, obwohl sie gern auch Strom gehabt hätten, um ein Mikro anzuschließen. Das war auch der Wunsch anderer Aktiver. Der Verkehrslärm der Nadorster Straße war manchmal nur schwer mit Gesang oder Musik zu überbieten – akustische Verstärker fehlten. Der Qualität der einzelnen Veranstaltungen hat das keinen Abbruch getan. Insgesamt eine hohe Kunst der Bürgerunterhaltung.
