Oldenburg - Die Hauptstraße in Eversten „hat einfach alles, bis auf einen Blumenladen – seit die Blumenschmiede weg ist, und bis auf einen Schuhladen – einen Laufschuhladen und eine Schuhwerkstatt haben wir ja“, sagt Hans-Georg Heß, der Vorstand der Werbegemeinschaft. Auch die 30 bis 40 Ärzte mit den drei Apotheken brächten eine Menge Kunden in die Straße. Der jüngste wirklich große Knaller sei die Eröffnung der Eismanufaktur in diesem Jahr gewesen.
Und jetzt kommt auch noch ein kleines Café in das Ladenlokal gegenüber der LzO, aus dem sich der zwischenzeitliche Mieter Maik Günther mit seinen Projekten verabschiedet hat. Der Rohdenhof, der ausschließlich Menschen mit Beeinträchtigung beschäftigt, will es im September in seinem neuen Hofladen eröffnen. „Das finde ich klasse“, sagt Heß, „wir begrüßen es ohnehin, dass der Rohdenhof hier seinen Hofladen hat.“
So sieht es auch Kunde Reinhard Kelm, der bei den Rohdenhoflern gerade die „Goldene Königin“ gekauft hat. Er sagt: „Ich habe einen kleinen Tomaten-Spleen, und diese gelbe Tomate ist wirklich klasse.“ Kelm findet es „sehr gut, dass wir hier so etwas wie einen Hofladen haben – das bauen die ja alles selbst an, das finde ich sehr interessant. Das ist eine echte Bereicherung, auch nachdem die Hauptstraße ein wenig gelitten hat, für mich sind hier zum Beispiel ein bisschen viele Friseure, auch den Verlust des Craft-Beer-Ladens finde ich immer noch schade, der war super.“
In dem neuen Café soll es morgens belegte Brötchen geben und nachmittags Kaffee und ,Omas Blechkuchen’, zum Mitnehmen gibt es den Kaffee schon jetzt. Gerade bauen die Mitarbeiter in Tweelbäke den Café-Tresen. „Das wird alles ein bisschen retro“, sagt Mike Saulitis, der Anleiter. Der Handwerker sagt: „Ich sage nur, wie das funktioniert, und sie machen das alles selbst. Und es hat einen großartigen Effekt: Alle haben da voll Bock drauf und gehen aus sich heraus. Die Mitarbeiter machen alles selbst, die einen bauen an, die anderen verkaufen. Sobald es reif ist, kommt es in den Laden, und alle freuen sich, wenn Nachschub geordert werden muss. Vom Honig und den Eiern übers Gemüse bis zu unseren selbst genähten Taschen und Kissen und den verschiedenen Nistkästen für Rotkehlchen, Spatzen, Meisen, den Fledermaus-Kästen, das haben wir alles selbst gemacht.“
Lastenrad & Markt
Wie Hans-Georg Heß würde sich auch Andrea Koopmann vom „Wunschhaus“ über einen neuen Blumenladen an der Straße freuen. Doch noch zeichnet sich nichts Konkretes ab. Grund zur Freude ist für Koopmann aber auch der neue Standort der Lastenrad-Verkäufer von Tretlaster gleich gegenüber im früheren Schäuble, das von Braasch gekauft und für den Bau eines neuen Supermarktes von Aktiv & Irma an die Oldenburger Verbrauchermarkt-Kette weiterverkauft worden war. Bis auf Weiteres kann Tretlaster aber dort bleiben.
Der Aktiv-- und Irma-Expansionsleiter Jochen Rehling sagte am Freitag: „Es läuft jetzt das Ende der öffentlichen Auslegung, wir hoffen, dass wir nach einem Satzungsbeschluss im Herbst den Bauantrag einreichen können, das Baugenehmigungsverfahren wird aber dann auf jeden Fall auch nochmal sechs Monate dauern. Wir sind aber zuversichtlich.“
Der ehemalige Schäuble-Komplex wird dann abgerissen, auch das Doppelhaus vorne mit Fleischer und Leerstandsfläche (vorher hatte dort die Stadtbäckerei immer mal wieder geöffnet) wird für den Neubau entfernt.
Hörakustik
Neue Eigentumsverhältnisse herrschen im ehemaligen Hörgeräte-Laden von Birgit Hahm neben dem Picaddillie. Nach Angaben von Hans-Georg Heß hat Birgit Hahm sieben ihrer acht Hörgeräte-Geschäfte an Geers Hörgeräte verkauft, die seit 2016 zur Schweizer Sonova-Gruppe gehören. Nur den Standort in Elsfleth habe Hahm behalten, sagte Heß. Drei ehemalige Hahm-Mitarbeiter und Hörakustikmeister von der Hauptstraße haben nur ein paar Meter weiter den Fachbetrieb Hörakustik Dreiklang eröffnet.
Kopierdienst
Ein neues Angebot wird auch der Kiosk Milosch ab September einführen, wenn dort auch noch ein Kopier-Service mit drei Geräten aufgenommen wird, kündigte Kenan Yanc am Freitag an.
