Oldenburg - Im neuen Stadion neben der Oldenburger Weser-Ems-Halle wird, wenn es denn tatsächlich gebaut wird, hauptsächlich Fußball gespielt. Das steht für Oberbürgermeister Jürgen Krogmann außer Frage. Gemeinsam mit Finanzdezernentin Dr. Julia Figura und dem Geschäftsführer der Stadionplanungsgesellschaft, Joachim Guttek, hat er am Montag ein Betriebskonzept vorgestellt, das abseits vom Fußball allerdings auch deutlich mehr Nutzungen vorsieht. Erarbeitet hat es im Auftrag der Stadionplanungsgesellschaft Oldenburg die Hamburger Beratungsgesellschaft C/SIGHT gemeinsam mit dem Planungs- und Beratungsunternehmen Drees & Sommer. Vorzeigbare konkrete Baupläne lägen aber nicht vor.
Man muss den Neubau trennen in die Zuschauerränge und in das Funktionsgebäude, betonte der OB. Neben dem Sport eigne sich das Stadion für Konzert- und Entertainmentveranstaltungen im Innenraum, die in der Fußballsommerpause stattfinden könnten. Im Konzept werden darüber hinaus Gesundheitstage im Freien oder Zieleinläufe von Laufveranstaltungen genannt. Eine wichtige Einnahmequelle könne die Nutzung der Logen und Business-Clubs bieten, die sich außerhalb der Spieltage für Treffen von Unternehmen, besondere Veranstaltungen, Kongresse und Ausstellungen eigneten. Interessensbekundungen seien bei der Stadtverwaltung bereits eingegangen. Untergebracht werden könnte in den Funktionsräumen des Stadions zudem ein sportmedizinisch physiotherapeutischer Bereich, der auch gesundheitliche Dienstleistungen für die breite Öffentlichkeit anbieten könnte. Zudem könnten Räume für die Geschäftsstelle und Fanshop des VfB Oldenburg integriert werden.
Aus der Wirtschaftlichkeitsanalyse geht hervor, dass bei einem Stadion mit 10 000 Plätzen jährliche Einnahmen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro generiert werden können, bei einer Kapazität von 7500 Plätzen wären es knapp 1,1 Millionen Euro. Das endgültige Ratsvotum über einen Stadion-Neubau erwartet Krogmann für den 15. April 2024. Dann lägen die Ergebnisse sämtlicher Fachgutachten und Untersuchungen vor. Auch eine aktualisierte Kostenberechnung für den Stadionbau wird es dann geben. In Arbeit seien ein Verkehrsgutachten, ein Parkraummanagementkonzept, ein Mobilitätskonzept und ein schalltechnisches Gutachten.
Es wird mit einem jährlichen städtischen Zuschussbedarf von 1,5 bis 2,5 Millionen Euro gerechnet. Der erst vor Kurzem geäußerte Wunsch der Oldenburg Knights, dort Football spielen zu wollen, sei in die Konzeption und Wirtschaftlichkeitsberechnung noch nicht eingeflossen.
