• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Sie sind Deutschlands ältestes Football-Team

23.07.2019

Oldenburg Die Ergebnisse sind, sagen wir mal, so mittel: 0:50, 0:92, 0:72, 0:96, immerhin – auch ein 2:34 ist dabei. Allerdings reden wir vom ältesten American Football Team Deutschlands – den „Oldenburg Oldlaws“ – und dessen allererster Saison. Über 39 Jahre sind die Spieler im Schnitt. Ihre Überzeugung: „Never too old to tackle.“ Weil aber lange eingeübte Spielzüge das A&O sind, hapert es im Sportpark an der Gerhard-Stalling-Straße noch leicht bei den Resultaten.

Der Spaß ist aber schon voll da: „Unser Mannschafts-Zusammenhalt ist genial“, sagt Hellmut Fader, der die bisherigen Packungen gut weggesteckt hat. Der 40-Jährige, früher Fußballer, Triathlet und Marathonläufer, hat die Sprüche des besorgten Umfelds vor seinem Start bei den „Oldlaws“ noch in den Ohren: „Hellmut, da bist du zu alt für, lass’ das, die Knochen!“

Für ein Storno hatte sich Fader aber schon viel zu weit eingearbeitet, und zwar vor dem Fernseher. Er sagt: „Das ist ein spektakulärer Sport, ich habe mich durchgebissen, das zu verstehen und von da ab war es großartig, auch im TV. Irgendwann habe ich mir gesagt: Ok, das mache ich jetzt selbst, ich will da voll drin stehen – und meine Frau hat mich ziehen lassen.“ Mit seinem robusten Körperbau landete er genau dort, wo er es befürchtet hatte: in der stark strapazierten Defense Line. Aber Fader besteht dort seitdem – und er sagt: „Jedes Spiel ist ein Sieg gegen mich selbst. Wir stehen immer wieder auf. Und es zählt ja nicht nur der Sieg, sondern auch die gute Aktion, der gute Spielzug. Dabei kann jeder gewinnen.“ Die Blessuren halten sich in Grenzen, sie sind deutlich weniger schlimm als im Fußball, sagen die Spieler. Es sind eher die leichteren Sachen, mal ein Pferdekuss oder so. Ein Spiel dauert allerdings drei Stunden – jeder Spielzug wiederum drei bis zehn Sekunden, die aber mit 100 Prozent – rauffahren, runterfahren, rauffahren. Für müde Muskeln gibt’s nur Magnesium.

Nächste Spiele von Outlaws & Oldlawsund Probetraining

Sa, 10. August, 18 Uhr: Oldlaws – Rehburg Raptors (Training immer Do, 20-22)

So, 11. August, 12 Uhr: Outlaws Coyotes (Damen) – Braunschweig Lady Lions

So, 11. August, 15 Uhr: Outlaws - Göttingen

Probetraining für Outlaws U19: Do, 8. August, 17 bis 19.30 Uhr

https://oldenburg-outlaws.de

Bei den „Oldlaws“, der neuen 2. Mannschaft der „Outlaws“, die zum GVO gehört und definitiv keine Schnaps-, aber eine Bieridee war, spielt eine bunte Truppe: vom Arbeitslosen bis zum Hotelmanager ist alles dabei, Einzelhandelskaufleute, Controller, Physiotherapeuten, Ingenieure, Hausmeister – alle zwischen 18 und 55 Jahre alt und 50 bis 160 Kilo schwer. Auf ihrer Internetseite schreiben sie: „Wir wollen einfach alle ,alten Hasen’, die wieder oder jetzt neu Bock auf Football haben, aus ihren Löchern locken. Ganz ungezwungenes Training einmal die Woche und dann sehen, was passiert!“

Das sieht der Älteste im Team bei jedem Spiel. Robert Hentschke (55) kam 1987 bei seinem Studium in München zum Football. Er sagt: „Ich habe die Faszination und diesen unbeschreiblichen Teamgeist erlebt.“ Nach einer Football-Auszeit für Arbeit und Familie ist er deshalb jetzt wieder da. Eigentlich wollte er nur Coach sein und bestenfalls mal aushelfen, wenn es eng wird. Dann stieg er 2015 trotz des Alters bei den Outlaws ein und spielte mit seinen 50 Jahren in der Offensive- und Defense-Line die gesamte Saison durch, danach baute er die Jugend mit auf und spielt heute bei den „Oldlaws“. Die Chance auf Heilung vom Football-Virus hat er aufgegeben.

Das liegt am Sport, aber nicht nur, glaubt Thorsten Mosolf, der selbst nach einer zehnjährigen Pause wieder aktiv ist. Er sagt: „Ich bin absolut froh, dass ich wieder eingestiegen bin. Es ist aber auch ein Lifestyle, eine Lebenseinstellung für mich: Wir sind über alle Teams hinweg eine große Familie, alle unterstützen sich gegenseitig, es gibt Essen und Getränke, es ist Spektakel und Familienerlebnis und es gibt null Randale. Bei den Outlaws kommen bis zu 800 Zuschauer, bei uns auch etwa 100, in der NFL sind 80 000 im Stadion und 80 000 davor, und es gibt keinen Ärger. Auch Dinge wie Gewicht, Ethnie, Glaube, Sexualverhalten, alles ist vertreten, es spielt keine Rolle.“

Jeder Interessierte kann in einem der Teams spielen, sagt Vize-Präsident Thorsten Lösche (41), dessen Sohn Odin mit 16 Jahren bereits Defense Coach der Oldlaws ist: „Jeder hat andere Stärken, und die werden auch gebraucht.“ Die Zahl der Spieler und Spielerinnen wird immer größer – auch wenn es zumindest für manche Außenstehende noch exotisch sei: „Von Überraschung bis Respekt von Entsetzen bis zu absoluter Begeisterung ist alles dabei.“

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2110
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.