Oldenburg - Den Bümmersteder Krug gibt es mindestens seit 1693. Aufstecken ist also keine Option. Corona soll die Familien Abeln und Winkelmann nicht in die Knie zwingen. Aber was können sie tun? Der Dezember ist ein extrem wichtiger Monat für jeden Gastronomen.
Große Würfe sind nicht möglich, aber Nico und Claudia Winkelmann wollen wenigstens da schrauben, wo es geht: Und so gibt es bei ihnen neben den vakuumierten Gerichten jetzt auch wieder frisch zubereitetes heißes Essen zum Abholen. Und ihren großen Parkplatz weisen sie ab sofort freitags und samstags im Dezember für Wohnmobilfahrer aus: Die angerichteten Teller legen in der Wärmebox nur den kurzen Weg von der Küche zum Mobil zurück. Dort kann man sich dann das Essen aus dem Krug auch direkt schmecken lassen.
Und weil die Kohlfahrten nicht stattfinden können, „bringen wir sie als Mini- Kohlfahrten jetzt zu den Oldenburgern“, sagt Winkelmann – mit Kohlessen ab vier Personen und eigenem Wichtelbräu im Siphon, das im Bümmersteder Krug bestellt und abgeholt werden kann.
Eisenhauer
Roberto Mucignat hat die Terrasse seines Eiscafés San Marco an der Ofener Straße der befreundeten Familie Eisenhauer zur Verfügung gestellt. Die Schausteller aus Neusüdende dürfen wegen des ausfallenden Lambertimarktes dort an jedem Wochenende ihre Berliner und Schmalzkuchen verkaufen – bis das Eiscafé im Februar wieder öffnet.
Rondell
Abas Safari Khaledi will das „Rondell“ wieder nach vorne bringen. Das bekräftigte der Gastronom gegenüber unserer Redaktion. Das Lokal, das in den vergangenen zwei Jahren von Metin Tekce betrieben wurde, war im Frühjahr ausgebrannt. Khaledi, der seit vier Jahrzehnten in Oldenburg als Wirt erfolgreich ist, hatte das Lokal 1999 von der Stadt gepachtet und damals 950 000 Mark hineingesteckt, um es nach zweijährigem Leerstand – davor war das griechische „Plaka“ darin – wieder schick zu machen. 18 Jahre lang hat die Familie Khaledi das Lokal geführt, bevor sie es 2018 an Metin Tekce unterverpachtete. Tekce ist jetzt Pächter des Etzhorner Krugs. Die Pacht habe Tekce schon vor dem Brand klargemacht, sagt Khaledi.
Da der Unterpächter nicht den Neu-, sondern nur den Zeitwert versichert hatte, so Khaledi, gab es nur 190 000 Euro für den Innenwert von der Versicherung – obwohl die Wiederherstellung laut der inzwischen eingeholten Angebote etwa 400 000 Euro kosten wird. Auch eine Ausfallversicherung sei vom Unterpächter nicht abgeschlossen worden. Tekce habe als Unterpächter allerdings trotz mehrfacher Aufforderung selbst keine Angebote für die Wiederherstellung eingeholt. Khaledi sagt: „Wir haben ihm ewig Zeit gegeben, aber er hat alle Fristen verstreichen lassen. So verhält man sich nicht, wenn man echtes Interesse an einem Lokal hat. Das ist meine Auffassung. Ich kann das nicht verstehen.“
Die Familie Khaledi, die noch 10 Jahre einen Vertrag mit der Stadt hat, hängt an der besonderen Gastronomie am Stautorkreisel und will sie trotz der hohen Zusatzkosten auch innen wieder so schön machen, wie sie früher war und wieder selbst führen oder neu verpachten.
Gastronomie im Core
Das neue „Core“ in der Heiligengeiststraße hat seine Gastronomie im Erdgeschoss praktisch komplett. Einziehen sollen auf den 670 Quadratmetern sieben Streetfood-Stände, dazu gibt es einen großen Bereich zum Essen und Treffen. Die Partner sind „Herrlich Essen“ von Marcel Schafft mit einem Imbissbuden-Konzept, handgemacht und regional, von der klassischen Bratwurst bis zur raffinierten Nordseekrabben-Kalbsbratwurst, Achim Barghorn mit „Käthe Kaffee“ mit feinsten Kaffeespezialitäten und selbstgemachten Backwaren, ein „Royals & Rice Saigon Street“, das mit seiner vietnamesischen Küche schon vom Waffenplatz bekannt ist. Zusätzlich zieht das Team mit einem Stand für vietnamesische Baguettes und Poke Bowls ein. Außerdem kommt „Schröder’s Fine BBQ“: Als erfahrener Gastronom perfektioniert Florian Schröder die Königsdisziplin des US-American Barbecue.
Butcher & Baker
In die Schlosshöfe soll Anfang des Jahres – wo die „Große Liebe“ war – das „Butcher & Baker“ von Regina und Olaf Burchardi ziehen. Die erfahrenen Gastronomen aus Cappeln (Subways, 1885 – Die Burger) setzen auf bessere Zeiten und „pflanzen mitten im Orkan Gänseblümchen“, wie sie es nennen. In dem neuen Lokal wird es Burger und Pizza geben. Schlosshöfe-Centermanager Nicolas Simmich bestätigte am Donnerstag: „Wir sind sehr guter Dinge.“
Ratskeller
Der Ratskeller ist fertig saniert und kann mit dem Ende des Light-Lockdowns wieder an den Start gehen.
