• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg

Sonderzug zum Erfolg

25.05.2019

Oldenburg „Deine Cousine...“ - „Wie, meine Cousine? Ich habe nur einen Cousin.“ Verwirrende Dialoge wie diesen mag es gegeben haben, doch diese Verwirrung wird bald dem Wissen weichen. Denn seit einigen Tagen hat Deine Cousine ihr erstes Album – programmatischer Titel: „Attacke“ - veröffentlicht.

Deine Cousine? Wer ist diese Kusine bloß? Nun, Deine Cousine ist gar keine Verwandte, sondern der Titel eines Musikprojekts, hinter dem die in Oldenburg gut bekannte und vernetzte Ina Bredehorn steckt. Die heute in Hamburg lebende und arbeitende Sängerin, die in Jaderberg geboren wurde, findet ihren Namen zwar „prima, so rein persönlich“. Andererseits, hat sie bemerkt, kann man außerhalb des Nordwestens nichts damit anfangen, „er wird oft völlig verhunzt.“ Und weil die 33-Jährige sich nun mal als Karriereziel „Star werden“ gesetzt hat, weil der Name „Bredehorn“ ihr nicht weltmännisch genug klang und „Ina“ in Hamburg zu viel Konkurrenz hat, wurde in ihrer Wohngemeinschaft nachgedacht. Ergebnis: „was Familiäres“. Deine Cousine war geboren als besonders pfiffiger Titel für einen eher lockeren Bandverbund, der auf das übliche Wohl und Wehe einer festen Gruppe verzichten kann.

Gebürtige Rampensau

Dieses für sie überholte „Band-Band-Konzept“ hat Ober-Cousine Ina Bredehorn in ihren künstlerischen Anfängen schließlich überreich bedient. Als Teenager in Jaderberg, mehr noch während ihrer fünf Jahre in Oldenburg sammelte sie Gruppennamen wie andere Leute Briefmarken. The Budgerigars, Mister Twister, Soulfood, Push It Up und wie sie alle hießen – immer stand Ina am Mikrofon und gab die Rampensau. „Das war mein Ding, und das ist es auch heute“, lacht sie. Wohl wissend, dass gerade die Ausstrahlung des Menschen ganz vorn am Bühnenrand über Erfolg und Misserfolg entscheidet. „Und ich wollte den Erfolg“, sagt sie im Rückblick, „andere in den Bands wollten ihn nicht so sehr. Dieser Unterschied ist manchmal das Problem in Gruppen.“

Ausgebildet in Oldenburg

Dabei hatte sie an der Oldenburger Musikschule gelernt, was es bedeutet, in einer Band gemeinsam zu arbeiten; der von vielen Schülern verehrte Dozent Ede Brumund-Rüther (2008 verstorben) gab der jungen Bredehorn das wichtigste Rüstzeug mit auf den Weg. So ausgebildet, war es für die Sängerin zunächst auch egal, welchen Stil die jeweiligen Bands pflegten: Soul, Rock, Funk oder Jazz – Ina sang alles. „Ich wollte eigentlich vor allem auf der Bühne stehen“, erzählt sie.

Ihren eigenen Stil entwickelte sie darum nicht in Oldenburg, hier wurde vielmehr die Basis gelegt für eine künstlerische Zukunft. Erst in Hamburg, das sie ab 2011 zu ihrer Wahlheimat erkor, stellte sie in den Vordergrund, was ihr wirklich gefiel: lauter, schmutziger, fröhlicher Gitarren-Rock mit lauten, fröhlichen, nachdenklichen Texten. Irgendwo zwischen dem Punk der frühen Toten Hosen, dem Surf-Powerpop der mittleren Green Day und den Spielereien der späten Beatles also, weil „das die Musikarten waren, die ich schon als 16-Jährige in Jaderberg geliebt habe“.

Ina Bredehorn, die ihren Traum vom Stardasein zwar emsig verfolgte, machte trotzdem eine bürgerliche Ausbildung zur Industriemechanikerin (mit Meisterbrief). Die so gewonnene Stärke, sich in einer Männerdomäne durchzusetzen, half ihr auch in der Hamburger Musikszene. Und es half noch jemand: Udo Lindenberg. „Es gehört viel Mut dazu, zu kündigen, an sich zu glauben und alles auf Karriere zu setzen“, betont Ina Bredehorn. Viel Klinkenputzen und etwas Glück benötigt man ebenso – Glück wie eines Tages im Jahr 2014, als sie in Kontakt mit dem Panikrocker kam. Lindenberg hatte ihren Song „Blondes Gift“ gehört und fand Gefallen daran. Die beiden lernten sich langsam kennen, redeten viel über Musik, Karriere, Leben – und als irgendwann eine Sängerin für Lindenbergs Begleitchor bei Tourneen gesucht wurde, war Ina Bredehorn die logische Wahl.

Erstes Album

Inzwischen hat sie auf Lindenbergs zweiter „MTV unplugged“-CD das Lied „Du knallst in mein Leben“ ganz wesentlich mitgesungen und in dem Mann mit dem Hut einen echten Unterstützer gefunden. „Er ist fast so etwas wie ein Fan, hat meine erste CD schon mehrmals gehört – das ist bei Udo außergewöhnlich“, freut sich Ina Bredehorn. Die „Attacke“, die sie initiiert hat, scheint zu zünden. Tatsächlich ist das Album der Frau vor und hinter „Deine Cousine“ eine sehr professionelle, musikalisch spannende und aufregende Premiere. Zwölf Songs, die Ina Bredehorn zusammen mit anderen Musikern komponiert und selbst produziert hat, sind es am Ende geworden, fast durchgängig auf hohem Tempo gespielt und musikalisch jederzeit anspruchsvoll. Bredehorn sing dazu Texte, die ebenso lässig wie kunstfertig sind und die aufhorchen lassen. Da geht es um Frauen („Kiez oder Kinder“), selbstbestimmtes Leben („Runaway Girl“, „Attacke“, „Scheiss auf Ironie“) oder Liebe („Küss mich“). Und auch ihre neue Heimat Hamburg mit all ihren Versuchungen kriegt einen Platz auf dem Album („St. Pauli“, „Freund oder Feind“). Persönliche Erfahrungen und Ansichten charakterisieren die Songs, zwischen Party und Problemen geht es munter hin und her.

Große Tour geplant

Drei Clubkonzerte, in denen Deine Cousine ihre CD offiziell vorgestellt hat, gab es bislang – alle waren ausverkauft und riesige Erfolge. Nun folgt erst einmal eine Tournee im Tross von Udo Lindenberg, ehe sie im Herbst ihre eigene Gastspielreise startet. Unter Umgehung von Jaderberg und Oldenburg. Sie wolle sich erst einmal anderswo durchsetzen, erklärt Bredehorn, hier kenne man sie vielleicht zu gut. „Und wer mich wirklich sehen will, schafft doch die Fahrt am 5. Dezember ins Tower in Bremen!“ An Selbstvertrauen mangelt es Ina „Deine Cousine“ Bredehorn nicht.
 „Attacke“, das erste Album von Deine Cousine ist Ende April erschienen auf dem eigens dafür gegründeten Plattenlabel „Attacke Records“, der Vertrieb läuft über Believe Music.  Im Herbst geht Deine Cousine, bestehend aus Ina Bredehorn (Gesang, Gitarre), Konrad Herbolzheimer (Bass), Nando Schäfer (Schlagzeug) und Florian Fleischer (Gitarren) auf Tournee und ist am 5. Dezember im „Tower“ in Bremen zu sehen. Am 9. Juni tritt das Ensemble in Worpswede und am 19. Juni beim Campusfestival in Vechta auf.


Mehr Infos unter   www.deinecousine.de 
Klaus Fricke
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.