Oldenburg - Nach dem langen Warten auf die Erfüllung des großen Traums dauerte der erste Auftritt von Vivian Heisen auf der ganz großen Tennis-Bühne zwar nur eine knappe Stunde. Diese 59 Minuten bei den Frech Open 2020 werden der Ammerländerin, die sich regelmäßig auch beim OTeV auf ihre sportlichen Aufgaben vorbereitet, ein Leben lang in Erinnerung bleiben.
Der große Moment
„Nach vielen Jahren harter Arbeit und etlichen Rückschlägen habe ich es endlich geschafft, an einem Grand-Slam-Turnier teilnehmen zu dürfen. Es war einer der schönsten und größten Momente meiner bisherigen Tenniskarriere“, sagt Heisen (26 Jahre, 178. der Doppel-Weltrangliste) nach ihrem Paris-Abenteuer. Mit ihrer britischen Doppelpartnerin Emily Webley-Smith (36, 158.) unterlag sie in Runde eins Alison Riske (USA) und Ajla Tomljanovic (Australien) 2:6, 3:6, aber die relativ klare Niederlage trübte die Freude über das Erreichte nicht. Heisens Geduld war zuvor allerdings auf eine harte Probe gestellt worden. Als Nachrückerinnen waren sie und Webley-Smith erst morgens vor dem Spiel ins Feld gerückt.
Der große Vorlauf
Anreisen mussten sie allerdings wegen der speziellen Corona-Prozeduren bereits drei Tage vor dem Turnierbeginn, da sie unter anderem zwei negative Tests vor dem Start benötigten. „Das ist schon ein enormer finanzieller Aufwand, da man sich derzeit das Hotel nicht selbst aussuchen kann und es auch nur bezahlt wird, wenn man ins Feld aufrückt“, erklärt Heisen, die vor diesem Hintergrund in diesem Jahr auch schon zweimal auf eine Anreise zu einem Turnier verzichtet hatte. „Beide Male wären wir dann aber doch nachgerückt. Deshalb habe ich diesmal gesagt: Aller guten Dinge sind drei – wir machen das auf jeden Fall.“
Die große Ehre
„Eine Chance, ein Grand-Slam zu spielen, ist schon einmalig“, meint Heisen, die zudem zu der Ehre kam, mit den Doppel-Assen Demi Schuurs (Niederlande, 27, 11. in der Welt), Kveta Peschke (Tschechien, 45, 17., Cincinnati-Gewinnerin) und Nicole Melichar (USA, 27, 13., US-Open-Finalistin) zu trainieren. „Die haben auch bei meinem Spiel zugeschaut“, erzählt die French-Open-Debütantin: „Das war wieder ein Schritt nach vorn – das freut mich sehr.“
