Oldenburg - Der Oldenburg-Pass macht es Menschen mit niedrigem Einkommen möglich, besser am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Wer den Pass hat, bekommt Gutscheine für Kultur- und Bildungsveranstaltungen, die Spermüllabfuhr, für Fahrten mit der VWG oder Vergünstigungen bei Schwimmkursen und Olantis-Besuchen und ähnlichen Angeboten. Die Zahl der ausgegebenen Pässe ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, ausgeschöpft wurden die Mittel, die dafür im Haushalt zur Verfügung stehen, aber bei weitem nicht.
4680 Pässe in 2022
Mit dem Ende der Corona-Einschränkungen ist die Nachfrage nach dem Oldenburg Pass kräftig angestiegen: Mit 4680 ausgegebenen Pässen in 2022 liegt diese Zahl sogar höher als in den Vor-Corona-Jahren – 2019 waren es beispielsweise 3520 Pässe. 2020 wurden 2121 Pässe und 2021 nur 2.262 Pässe ausgegeben. Zur gewachsenen Nachfrage sollen auch Geflüchtete aus der Ukraine beigetragen haben, die den Pass beziehen können. Im Sozialausschuss, wo die Zahlen und ein Sachstandsbericht auf Antrag von Grünen und SPD vorgestellt wurden, wurde die positive Entwicklung jedenfalls begrüßt. „Wie der Oldenburg Pass genutzt und beworben wird, haben wir letztes Jahr kritisch betrachtet. Wir haben freudig zur Kenntnis genommen, dass die Zahlen zugenommen haben“, sagte Oliver Rohde von den Grünen.
Zugang zur Tafel
„Seit dem letzten Jahr kann der Oldenburg-Pass bequem online über das Serviceportal der Stadt Oldenburg beantragt werden. Dort sind auch alle Leistungen und Voraussetzungen dargestellt. Die erhöhte Nachfrage zeigt, dass sich diese verbesserte Darstellung gelohnt hat“, findet Lena Haddenhorst vom Amt für Teilhabe und Soziales in ihrem Bericht. Die Erfahrung zeige: Bei den Nutzern waren die VWG-Bustickets und die Freibadgutscheine für das Olantis besonders beliebt.
2022 standen im Haushalt insgesamt 294.577 Euro zur Verfügung. Nicht abgerufen wurden davon 72.515 Euro, die ins Jahr 2023 übertragen wurden. Für 2023 stehen nun insgesamt 132.515 Euro zur Verfügung. Für welche Leistungsbereiches des Oldenburg Passes wie viel Geld eingesetzt wird, handhabt die Verwaltung in Abstimmung mit den beratenden Mitgliedern im Sozialausschuss jeweils für ein Jahr, behält sich aber eine gewisse Flexibilität vor: So können Summen aus Bereichen, die nicht sonderlich nachgefragt werden, in andere umgeschichtet werden.
Der Oldenburg-Pass funktioniert im Übrigen auch als Zugangsberechtigung zur Oldenburger Tafel. Auch gewähren verschiedene Geschäfte und Sportvereine Vergünstigungen für Inhaber des Oldenburg-Passes.
Online beantragen
Bekommen können den Oldenburg-Pass Einwohner, die Wohngeld, Bürgergeld, Sozialgeld, Grundsicherung, Hilfe zum Lebensunterhalt oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Der Antragsteller muss seinen Wohnsitz in Oldenburg haben. Wer das 14. Lebensjahr vollendet hat, zahlt fünf Euro, Jüngere zahlen 2,50 Euro. Die Beantragung ist im Internet unter serviceportal.oldenburg.de unter dem Stichwort Oldenburg-Pass oder vor Ort im Fundbüro im Bürgerbüro Mitte immer dienstags und donnerstags, 8 bis 12 Uhr sowie 14 bis 15.30 Uhr, möglich.
