Oldenburg - Die CDU hat am Wochenende die Weichen für die Kommunal- und die Oberbürgermeisterwahl gestellt. Bei der digitalen Aufstellungsversammlung wurde der parteilose Ulrich Gathmann (zuletzt Projektmanager, bis 2019 Geschäftsführer Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft) als Kandidat für die OB-Wahl im Herbst gewählt.

Bei der Abstimmung im Netz, die anschließend gesetzeskonform noch einmal als Urnenwahl stattfand, erhielt er 89 der 91 abgegebenen Stimmen (eine Enthaltung). Gegenkandidaten gab es nicht. Anschließend wurden im zweiten Teil der Aufstellungsversammlung die Kommunalwahllisten der einzelnen Stadtbezirksverbände verabschiedet.

Gathmann war nach eigenen Angaben am Osterwochenende positiv auf Corona getestet worden. Er schaltete sich daher von zu Hause aus in die Veranstaltung. Er habe milde Symptome und hoffe, die Quarantäne am Dienstag beenden zu können, so der OB-Kandidat. In seiner Bewerbungsrede ließ Gathmann kein gutes Haar an Amtsinhaber Jürgen Krogmann (SPD). Dieser sitze in seinem Elfenbeinturm und arbeite ein seinem eigenen Image. Konkret warf er seinem Konkurrenten Versagen bei der Planung und Umsetzung des Modellversuchs für eine Öffnung der Innenstadt vor. Zudem sei das Aktionsbündnis Innenstadt bloß Symbolpolitik. „Es gibt einen Innenstadtmanager ohne Befugnis, ohne Budget und ohne Stab.“ Ein weiterer Kritikpunkt ist die Digitalisierung der Schulen. Der Plan der Stadt sei zu teuer und die Umsetzung dauere zu lange, so Gathmann.

Er selbst wolle gestalten, statt nur zu verwalten. Er stehe dafür, dass Leistung sich lohnen müsse, für gesellschaftliche Verantwortung und für Angebot statt Zwang und Umerziehung, so der Kandidat. In den Wahlkampf möchte er mit den Kernthemen Mobilität, Digitalisierung, Wirtschaft, urbanes Leben und kulturelles Leben ziehen. Darunter fallen Punkte wie der Fokus auf Fahrradwege, ein neues Denken bei Parkplatzflächen, Oldenburg als Wasserstoffstadt und das Ziel, Oldenburg kulturell auf die nationale Bühne zu bekommen. An der Versammlung beteiligten sich nach Angaben der CDU rund 20 Prozent der Mitglieder des Kreisverbands. „Dies ist ein sensationeller Erfolg für unsere Arbeit“, meinte der CDU-Kreisvorsitzende Christoph Baak.