Oldenburg - Strahlende Gesichter bei Ahmar Kengo, Salimo Manneh, Musa Swaray und Taufik Moufak: Die vier Jugendlichen haben ein Schuljahr lang am „Projekt 2+“ teilgenommen – als Vorbereitung auf die zweijährigen Ausbildungen zum Hochbau- oder Ausbaufacharbeiter. „Das Plus steht für diese vorgeschaltete Einstiegsqualifizierung im Betrieb, die um Sprachförderung und Aufarbeitung mathematischer Fähigkeiten in der Schule ergänzt wurden“, sagt Gert Mora Motta, Leiter des Bildungszentrum Technik und Gestaltung Oldenburg (BZTG).
Verbesserte Vorbildung hilft
Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Heiko Henke gratulierte den Jugendlichen zu ihren zugesagten Ausbildungsstellen. „Mit dem Projekt wurden Perspektiven für den beruflichen Lebensweg geschaffen. Wir hören von Betrieben immer wieder, dass sie gerne junge Menschen mit Migrationshintergrund ausbilden möchten. Oftmals scheitert das Vorhaben aber an der Sprache und an der schulischen Vorbildung.“ Oft müssten Migranten aber erst über den Wert einer dualen Ausbildung aufgeklärt werden, berichteten Jann Onneken, am BZTG Abteilungsleiter für Bautechnik und Holztechnik, und Kai Vensler, Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung der Handwerkskammer.
An der Konzeption von „2+“ wirkten Ende 2020 die Obermeister Mathias Suhr (Baugewerken-Innung Oldenburg) und Stefan Bohlken (Fliesen- und Natursteinleger-Innung Oldenburg) mit. Suhr war auch einer von sechs Betriebsinhabern, für die passende Jugendliche gefunden werden konnten.
Organisatorisch wurden drei Wochentage im Betrieb und zwei Tage im BZTG festgelegt. In der Schule gab es neben der intensiven Sprachförderung eine Vermittlung grundlegender und für den Baubereich relevanter mathematischer Inhalte.
Viele Partner
„Das Projekt ,2+’ hat zu Beginn von der guten Vernetzung der Oldenburger Berufsbildenden Schulen, vom Verein Pro Connect und von der AG Spracherwerb und Berufsorientierung profitiert“, sagte Onneken. Die Agentur für Arbeit nahm die Jugendlichen in eine Einstiegsqualifizierung auf, was auch den finanziellen Rahmen sicherte. Die Betriebe K.H. Suhr Holzbau, Ernst Kapels Zimmerei und Trockenbau, Thomas Lustig, Drefs Bau, Beermann Trockenbau und Posegga Zimmerei kümmerten sich um einen geeigneten Ausbildungsprozess.
„Aufgrund der sehr anspruchsvollen technischen Inhalte und der doch sehr hohen Lerndefizite haben zwei Schüler das Projekt bis Ostern leider verlassen. Die anderen waren erfolgreich, was vor dem Hintergrund der erheblichen Schwierigkeiten auf Seiten der Auszubildenden ein gutes Ergebnis darstellt“, sagte Onneken.
