Oldenburg - Vor 20 Jahren hat Boris Herrmann sein Abi am Neuen Gymnasium gemacht. In einer Vitrine der Schule an der Alexanderstraße hängen regelmäßig Zeitungsausschnitte über den weltweit bekannten Sportsmann. Seit zehn Jahren hat sich der Oldenburger in renommierten Regatten als Einhandsegler auf die zurzeit stattfindende „Globe Vendée“ rund um die Welt vorbereitet. Zurzeit ist er im Indischen Ozean unterwegs (aktuelle Berichte und Filme direkt vom Boot über die Homepage, siehe unten).
Nachdem Boris Herrmann im vergangenen Sommer die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg mit seiner Jacht „Seaexplorer“ über den Atlantik segelte, wurde auch die Schüler-AG „Na, Erde?“ des NGO auf ihn aufmerksam und verfolgt seine aktuellen Aktivitäten auf virtuellem Wege.
AG-Leiter Dr. Bernhard Sturm sagt: „Interessant ist die aktuelle Weltumseglung nicht nur aus sportlicher Sicht. Rund um die Tour gibt es viele Aspekte aus so manchem Schulfach.“ Auf der Internetseite schauen die Schüler seit dem Start der Globe Vendéé am 8. November zu Hause und in der Schule regelmäßig nach dem Stand der Tour und konnten so auch schon Prognosen zum weiteren Verlauf des Wettbewerbs anhand von einblendbaren Strömungskarten wagen. In kurzen Videos berichtet Herrmann von seinem Leben an Bord. Er erklärte auch Funktionen von Bootsteilen und schildert seine teils sehr gewagten Reparaturen.
Die Schüler interessieren besonders die wissenschaftlichen Aspekte. In Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg, dem Geomar-Forschungszentrum in Kiel und anderen Partnern im Rahmen der „Malizia Ocean Challenge“ werden mit automatischen Messsonden Daten für die internationale Klimaforschung an Orten gewonnen, die nur selten befahren werden und für die sich eine Extra-Beprobung nicht lohnt.
Sturm sagt: „In den vergangenen Wochen hat die AG dank Boris Herrmann Messdaten zur Temperatur, zum Salz- und Kohlenstoffdioxid-Gehalt online zeitgleich mit dem Segler selbst in den Schiffsinstrumenten nachschauen können.“
Die Energienutzung an Bord ist neben dem ausschließlichen Antrieb durch den Wind nachhaltig. In den Direktdaten sehen die Schüler, wie Solarzellen und Hydrogeneratoren den Strom liefern. In virtuellen Segelkarten sind Bereiche zu erkennen, die die Wettbewerbsleitung mit Satellitendaten der ESA als Verbotszonen mit gefährlichem Eistreiben ständig aktualisiert.
Die AG „Na, Erde?!“ hat vor wenigen Tagen über Hermanns Teammanagerin, die Britin Holly Cova, Kontakt zu dem Weltumsegler aufgenommen. Jetzt warten die Schüler auf seine Antworten auf ihre digital gestellten Fragen. Bernhard Sturm sagt: „Die Ideen von Boris Herrmann zum Meeres- und Klimaschutz decken sich in vielen Bereichen mit der Arbeit unserer AG. Das Neue Gymnasium ist sehr stolz auf seinen ehemaligen Schüler und hofft, ihn nach seiner Tour noch einmal an alter Wirkungsstelle, zum Beispiel in einem unserer Junior Science Cafés der AG begrüßen zu können und ihm noch mehr Fragen zu stellen.
