Oldenburg - Die Grundschule Röwekamp soll als Grundschulgebäude erhalten werden und eine Außenstelle an der alten Jugendherberge erhalten. Dafür hat sich der Schulvorstand ausgesprochen, die Politik unterstützt diesen Wunsch. Das ist das Ergebnis der jüngsten Schulausschussitzung.
Die Verwaltung hätte die Variante eines kompletten Neubaus an der Jugendherberge favorisiert. Sie hätte das Schulgebäude verkauft und zum Beispiel in eine Seniorenwohnanlage umwidmen lassen. Im Schulvorstand und aus dem Viertel heraus gab es aber klare Voten für den Erhalt der Röwekampschule.
Politik folgt Schulvorstand
Die von der Verwaltung geäußerten Bedenken würden gesehen, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bernhard Ellberg, allerdings folge man „dem Willen des Schulvorstandes“, der höher gewichtet werde. Der Schulvorstand habe dazu ein sehr ausgewogenes Papier vorgelegt. Die CDU-Vorsitzende Dr. Esther Niewerth-Baumann sagte: „Die CDU sieht das genauso, wir schließen uns dem an.“ Für die Grünen bestätigten Michael Wenzel und Andrea Hufeland diesen Weg. Wenzel schlug zusätzlich die Umwandlung der Gertrudenstraße in eine Spielstraße vor.
Die Stadt hatte zuvor ein „durchaus kontroverses Meinungsbild“ in Schulöffentlichkeit und Elternschaft angesichts ihrer Verkaufs- und Umwidmungspläne eingeräumt. Der Schulvorstand habe sich dann mehrheitlich für die Lösung „Bestandsgebäude plus Außenstelle“ entschieden.
Stadt wollte keinen Erhalt
Schuldezernentin Dagmar Sachse sagte, die Sicht der Stadt decke sich „in vielen Punkten nicht mit denen der Schule“, die Vorbehalte gegenüber einem kompletten Neubau wären aus ihrer Sicht zumindest „teilweise kompensierbar“ gewesen. „Nachteile wie Wegezeiten, eingeschränkte räumliche Nutzbarkeit und Übergangslösung in mobilen Klassenräumen“ seien von der Stadt benannt worden, würden aber für den Gewinn des Erhalts von der Schule akzeptiert.
Der Schulvorstand hatte im Vorfeld die Entscheidung für die Variante 1 zur Umwandlung der Röwekampschule zur Ganztagsschule mit Renovierung und Umbau der Schule und Außenstellenneubau begründet.
Schule, Eltern und Viertel
Die Röwekampschule liege als zentraler Bezugspunkt im Ziegelhofviertel in einem verkehrsberuhigten Bereich – mit sicherem Schulweg, der schnell auch alleine zu bewältigen sei. Die Situation morgens und nachmittags an der stark befahrenen Alexanderstraße setze die Kinder einem höheren Risiko aus. Die Wege zu einer Außenstelle aber würden unter Aufsicht durchgeführt.
Die Planung einer neuen Schule, Kita und Geschäftszeile mit Wohnungen erscheine überdies für die dortige Fläche „überdimensioniert und nicht grundschulgerecht“. Für eine ganze Grundschule sei die Schulhoffläche dort auch zu klein.
Und die Wege zur Außenstelle seien „organisierbar“, schon jetzt funktioniere das auch mit dem Weg zur Sporthalle. Das heutige Schulgebäude werde „inklusiv“ umgebaut, so dass auch hier „viele neue Möglichkeiten“ entstünden, mit „Gruppenräumen auf allen Etagen, Fahrstuhl und Rückzugsräumen“. Außerdem könnten die Räume in der Außenstelle am Vormittag ebenfalls für Schul-Aktivitäten genutzt werden. Insgesamt entstehe auch so eine zukunftsgerechte Lösung.
Die Bedeutung des Spielplatzes der Röwekampschule sei zudem nicht hoch genug einzuschätzen, das werde auch von Eltern und Nachbarn herausgestellt. Die Schule habe „eine lange Tradition“ und sei „für das Viertel identitätsstiftend“. Dass für den Erhalt ein einjähriger Auszug in die Außenstelle und Container nötig werde, sei dem Schulvorstand bewusst.
