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Rotes Kreuz in Oldenburg Darauf müssen Sanitäter bei Einsätzen in Corona-Zeiten achten

Nils Hannes Klotz

Oldenburg - Ob bei Atembeschwerden, Stürzen oder Verkehrsunfällen: Die Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz in Oldenburg rücken rund fünfmal am Tag zu Einsätzen aus. Den Patienten kommen sie dabei häufig körperlich nahe. Gerade in der Corona-Pandemie müssen die Rettungskräfte daher penibel auf die Hygiene achten. Neu ist das für sie aber nicht.

Schon früher auf Distanz gewesen

„Man ist früher ja auch schon ein bisschen auf Distanz bei den Patienten gewesen“, sagt Stephan Seibel, Rettungswachenleiter beim DRK in Oldenburg und bereits seit 20 Jahren Rettungsassistent. Man könne einem Patienten schließlich nicht ansehen, ob er mit einem gefährlichem Erreger infiziert sei. Die Sanitäter seien aber darin ausgebildet, sich vor ansteckenden Krankheiten zu schützen. Das habe schon in der Vergangenheit gegolten – etwa wegen HIV oder Hepatitis. „Genauso ist es jetzt mit Corona“, sagt Seibel. „Wir haben einen Mundschutz auf und der Patient wird auch gebeten, einen Mundschutz aufzusetzen. Dann ist die Sache eigentlich safe.“

Schutzausrüstung, Impfungen und Tests

Neben den FFP2- und FFP3-Masken tragen die Rettungskräfte auch Schutzbrille und Kittel, Handschuhe sowieso. Nach den Einsätzen – das war auch schon vorher die Regel – desinfizieren sie den Wagen. Der Großteil seiner Kollegen habe zudem bereits im Februar eine Corona-Impfung erhalten, sagt Seibel. Zur Sicherheit würden sie sich aber aber trotzdem weiter testen. „Man weiß es ja nie“, so der 43-Jährige. Die Gründlichkeit bei der Hygiene spricht für sie: Einen Corona-Fall auf der Wache habe es bisher nicht gegeben.

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Jeder Patient ist potenzieller Corona–Fall

Trotz der Schutzvorkehrungen werde jeder Patient weiterhin als potenzieller Corona-Fall behandelt und nach möglichen Symptomen abgefragt, erklärt Seibel: Eine erhöhte Temperatur, Atembeschwerden, Geruchs- oder Geschmacksverlust, Kontakt zu einer positiven Person oder eine Quarantäne könnten Indikatoren sein. “Jemand, der Temperatur hat, wird als Verdachtsfall eingestuft.“ Das Krankenhaus bereite dann einen speziell isolierten Raum vor.

Angst vor dem Corona-Virus spiele für ihn bei den Einsätzen keine Rolle. „Es wird alles wirklich Routine – allein das Maske tragen. Das ist schon eine Normalität geworden.“

Neuer Standort der Rettungswache

Aber nicht nur die Einsätze haben sich wegen Corona für die DRK-Sanitäter verändert. Auch den Standort der Rettungswache haben sie im vergangenen Jahr gewechselt und sind von der Schützenhofstraße in die August-Wilhelm-Kühnholz-Straße nach Tweelbäke gezogen. Der Grund: Speziell für Covid-19 Patienten richtete das DRK in Zusammenarbeit mit den Johannitern und den Maltesern eine gesonderte Infektwache ein. So habe man verhindern wollen, dass das Coronavirus auf den anderen Wachen eingeschleppt werde, sagt Seibel.

Wertschätzung ist gestiegen

Was sich verbessert hat in der Pandemie? „Wir haben tatsächlich ein anderes Auftreten in der Öffentlichkeit bekommen.“ Die Wertschätzung für ihre Arbeit sei deutlich gestiegen, sagt Seibel und erinnert sich an eine Situation aus der ersten Welle: „Wir fahren da mit unserem Wagen die Hauptstraße entlang und da steht einfach jemand am Straßenrand, guckt uns an und verneigt sich vor uns.“

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