Oldenburg - Die CDU-Ratsfraktion der Stadt Oldenburg kritisiert die Verschärfung der Maskenpflicht an Grundschulen, die mit Beginn des neuen Schuljahres gilt. Die Maßnahmen zum Schulstart seien „unverhältnismäßig“ und stoßen innerhalb der Fraktion auf Unverständnis, sagt Fraktionschef Olaf Klaukien: „Wir schließen uns der berechtigten Kritik des Stadtelternrates an. Auch wir halten die Maskenpflicht im Unterricht vor allem an den Grundschulen für eine unangemessene Verschärfung.“
Lernerfolg gefährdet
Der Stadtelternrat hatte in einer Stellungnahme zur neuen Landesverordnung und einem offenen Brief an Kultusminister Grant-Hendrik Tonne Verwunderung über die „deutliche Verschärfung im Vergleich zum vergangenen Schuljahr“ bei der Maskenpflicht für Grundschüler geäußert. Grundschüler müssen nun auch während des Unterrichts an ihren Sitzplätzen einen Mundschutz tragen, dürfen diesen aber in Maskenpausen ablegen.
Das Maskentragen während des Unterrichts erschwere diesen und gefährde den Lernerfolg, argumentiert der Stadtelternrat. Den Schülern werde suggeriert, dass gerade sie und ihre Zusammenkünfte ein Risiko darstellen. „Nach unserer Wahrnehmung hat sich in den letzten Wochen und Monaten ein Konsens herausgebildet, dass die Zeit der Sonderopfer von Schülerinnen und Schülern vorbei sein sollte“, heißt es in dem Schreiben des Stadtelternrats an Tonne.
Versäumnisse
Durch die neue Regelung würden gerade die jüngeren Kinder nach Auffassung der CDU-Fraktion erheblich beim Lernen und in ihren sozialen Kontakten eingeschränkt. „Ohnehin sind die Schulen bislang nicht als Pandemietreiber aufgefallen“, betont Klaukien und stellt die Frage nach der Verhältnismäßigkeit: „Wie kann es sein, dass getestete Personen im Restaurant ihren Mund-Nasen-Schutz absetzen dürfen, die Schulkinder jedoch trotz erhöhter Testung die ganze Zeit ihre Maske tragen müssen?“
Bei allem Verständnis für den erforderlichen Schutz, müssten Kinder somit einmal mehr Sonderopfer in Kauf nehmen. „Sie müssen Versäumnisse ausbaden, während andere Gruppen wieder mehr Freiheit erlangen“, sagt die Fraktionsvorsitzende Dr. Esther Niewerth-Baumann. Hier kritisiert sie die Oldenburger Stadtverwaltung und nimmt diese in die Verantwortung: „Hätte die Stadt Oldenburg die Schulen rechtzeitig pandemiegerecht gestaltet, wären zum Schulstart Erleichterungen für die Kinder möglich gewesen.“ Die CDU-Fraktion verweist darauf, bereits im Herbst 2020 den Einbau mobiler Luftfilter zur Diskussion gestellt zu haben, diese sind aber erst jetzt bestellt.
