• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region

Tagesaufenthalt mobilisiert Osternburger

28.10.2017

Oldenburg Mit 150 Gästen hatte die Stadtverwaltung gerechnet, tatsächlich kamen zur Informationsveranstaltung rund 250 in die Aula der Oberschule Osternburg. Einziges Thema: Der geplante Umzug des Tagesaufenthalts für Obdachlose im Tausch von der Ehnernstraße in den Mädchentreff an der Cloppenburger Straße. Dagegen hat sich in Osternburg breiter Protest formiert. Doch es gibt auch Stimmen, die vor einer Ausgrenzung der Obdachlosen warnen, ihnen im Gegenteil beispielsweise mit Patenschaften helfen wollen. Dabei sind die Wohnungs- und Obdachlosen für die meisten nicht das eigentliche Problem. Tatsächlich bereitet die mit dem Tagesaufenthalt eng verzahnte Drogenszene Sorgen.

Genau diese Problematik will Sozialdezernentin Dagmar Sachse mit dem Tausch von Tagesaufenthalt und Mädchentreff lösen. Sie hofft, dass die Drogenabhängigen nicht an die Cloppenburger Straße folgen werden. Ein frommer Wunsch, meinen viele der anwesenden Bürgerinnen und Bürger aus Osternburg, die erhebliche Zweifel am Erfolg dieses Vorhabens äußern. Da legen Sachse und Diakonie-Kreisgeschäftsführer Diakonie-Referent Kai Kupka überraschend nach. Es soll einen zweiten sogenannten „nassen“ Tagesaufenthalt geben, in dem Alkohol konsumiert werden darf. Den Abhängigen müsse nach Hannoveraner Vorbild ein attraktives Angebot geschaffen werden. Ein Haus, in dem sie sich aufhalten können. Wo? Darüber schweigen sich die Diakonie, die den Tagesaufenthalt betreibt, und Stadtverwaltung aus. Später deutet Sachse an, die Szene werde im Bereich Pferdemarkt bleiben – ohne nähere Hinweise zu geben. Die Suche nach einer geeigneten Immobilie gestalte sich schwierig. Eine entsprechendes Haus müsse sich im Besitz der Stadt befinden.

Die Osternburger geben sich mit diesen Ausführungen nicht zufrieden, befürchten eine Verlagerung der Probleme in ihren Stadtteil, der sich gerade in den vergangenen Jahren so prächtig entwickelt und einen Imagewandel vollzogen habe. Im Umfeld des Mädchentreffs befinden sich ihren Angaben zufolge Krippen, Kindertagesstätten und Schulen, die von 1735 Kindern und Jugendlichen besucht würden. Verwaltung und Diakonie werfen sie vor, den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen, den Umzug also voranzutreiben bevor das Problem mit der Drogenszene gelöst ist. Sachse entgegnet, dass die Szene der Innenstadt verhaftet bleibe. Das sei in anderen Städten auch so. Und auch das Café Caro und die Drogenberatungsstelle Rose 12 befänden sich in Nähe des Pferdemarkts. Osternburg ist viel zu nah dran, halten die Anwohner dem entgegen.

OBS-Schulelternratsvorsitzender Knut Harms befürchtet, dass die Obdachlosen nach Schließung der Einrichtung im Umfeld der Schulen übernachten. „Werden sie nicht tun, machen sie heute auch nicht“, sagt Kupka. Niemand zweifelt daran, den Obdachlosen eine Anlaufstelle zu bieten, aber die Osternburger Kinder und Bürger müssen geschützt werden, hieß es weiter. Norbert Münch, Leiter der City-Wache, entkräftet das Argument, die Polizei müsse pro Jahr 300 Einsätze in der Ehnernstraße fahren. Man zeige Präsenz und müsse auch mal kleinere Streitereien schlichten. Vorgeschlagen wird von einem Bürger, das ehemalige Gefängnis zu nutzen. Doch das gehört der Stadt nicht, sagt Sachse.

Die Bürgerinnen und Bürger möchten in die weiteren Planungen einbezogen werden, ein Runder Tisch könne da weiterhelfen, meint die Sozialdezernentin.

Die Osternburgerin Heidi Tauchert sieht sich vor voll­endete Tatsachen gestellt, die Umbauten würden eine Million Euro kosten. Das Geld solle in die konzeptionell Arbeit gesteckt werden. Die endgültige Entscheidung wird der Stadtrat treffen, merkte Sozialdezernentin Sachse an. Sie ist sich seiner Unterstützung sicher. Die Ratsfraktionen waren in der Bürgersammlung übrigens stark und prominent vertreten.

Thomas Husmann Redakteur / Redaktion Oldenburg
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2104
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.