Oldenburg - Wer derzeit seinen Blick auf die Preistafeln der Tankstellen richtet, muss schlucken: Seit Wochen steigen die Kraftstoffpreise. Der ADAC meldet den höchsten Stand aller Zeiten. Diesel ist so teuer wie nie und auch die Preise für Super scheinen nicht stehen zu bleiben. Am Montag zahlte man für einen Liter Benzin in Oldenburg durchschnittlich 1,75 Euro. Für Spezialkraftstoffe kletterte der Preis sogar auf mehr als 2 Euro. Grund dafür ist in erster Linie der nach der Corona-Pandemie gestiegene Ölpreis. Für viele Oldenburger Autofahrer ist das eine Belastung.
25 Euro für 15 Liter
Zum Beispiel für Gisela Molde: Die 54-Jährige aus Hundsmühlen hat an einer Oldenburger Tankstelle für 25 Euro ungefähr 15 Liter Super getankt. Zu den gestiegenen Benzinpreisen sagt sie: „Ich finde es unmöglich. Irgendwo auf der Welt werden die Preise hochgetrieben und wir sind die Leidtragenden.“ Wo es geht, versucht sie jetzt, auf das Auto zu verzichten und fährt stattdessen mit dem Fahrrad. Manchmal geht es aber nicht anders: „Größere Einkäufe oder der Weg zur Arbeit – manchmal bin ich einfach aufs Auto angewiesen und muss fahren“, meint sie.
Gisela Molde und ihre Tochter vergleichen Sprit-Preise mit einer App.
Johanna Dägling
„Sprit ist ein wertvolles Gut“, findet Rainer Genscher.
Johanna Dägling
Torben Borchers ist auf dem Weg nach Hause. Für kurze Strecken nutzt er lieber Bus oder Fahrrad.
Johanna Dägling
Elektromeister Jannik Henken ist besorgt über steigende Benzin-Kosten.
Johanna Dägling
Shell-Tankstelle an der Cloppenburger Straße: Super kostet fast 1,74 Euro.
Sascha Stüber
So sah es an der Esso-Tankstelle an der Nadorster Straße aus.
Torsten von Reeken
An der Aral-Tankstelle in der Alexanderstraße lag der Preis am Montag für Super bei fast 1,80 Euro.
Torsten von Reeken
Die Avia-Tankstelle an der Bremer Heerstraße am Montag
Torsten von ReekenStefanie Dinse geht es ähnlich: „Ich bin alleinerziehend und muss aufs Geld achten. Es nervt mich, dass die Preise jetzt so steigen. Wenn es möglich ist, mache ich Erledigungen jetzt öfter mit dem Fahrrad.“
Auch für Unternehmer sind die steigenden Spritkosten eine Mehrbelastung. Jannik Henken betreibt ein Meisterunternehmen für Elektrotechnik in Oldenburg. „Katastrophe“, sagt er, als er auf den Kassenzettel der Tankstelle blickt. Der 28-Jährige hat für Fahrten zu Kunden zwölf Dienstwagen in Betrieb. Da fallen die Tankrechnungen ins Gewicht. „Das sind wirklich exorbitante Rechnungen. Wir zahlen zurzeit fast 500 Euro mehr nur für Benzin.“ Langfristig plant Henken deshalb, auf Elektroautos umzusteigen. „Aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen.“
Fahrrad oder Bus
Letztlich können Verbraucher derzeit nichts am Benzinpreis ändern. Deshalb bringt es nichts, sich zu ärgern, findet Rainer Genscher: „Sprit ist eben ein teures Gut und irgendjemand muss es ja bezahlen. Trotzdem sollten die Benzinpreise gerecht und für alle gleich bepreist werden.“
Auch Torben Borchers aus Oldenburg versucht sich nicht zu ärgern: „Klar, es ist nicht schön, aber ich nehme es relativ klaglos hin und versuche, so oft es geht aufs Auto zu verzichten. Vor allem bei kurzen Strecken – dann fahre ich Fahrrad oder Bus.“
