Oldenburg - Die Benzinpreise sind explodiert. Mehr als 100 Euro für 50 Liter Sprit, das tut beim Bezahlen richtig weh im Portemonnaie. 200 Mark für eine Tankfüllung, da würde wohl selbst „Neue-Deutsch-Welle-Sänger“ Markus der Spaß am Fahren vergehen. Tatsächlich ist auf den Autobahnen zu beobachten, dass die Leute beim Fahren den Fuß vom Gas nehmen, Sprit sparen wollen und dafür längere Fahrzeiten in Kauf nehmen.
Da wundert sich mancher, wie weit eine Tankfüllung reichen kann, wenn man statt mit 160 nur noch mit 120 Stundenkilometern über die Autobahn fährt. Eine Beobachtung, die auch Ronald Rose, Geschäftsführer vom Bremer Mineralölhandel, gemacht hat. Auf den Straßen geht es deutlich ruhiger zu, subjektiv wahrgenommen hat sogar der Verkehr abgenommen. Und viele überlegen sich offenbar, ob sie sich tatsächlich ins Auto setzen, um einen Freund oder einen Bekannten zu besuchen. Andere haben sich einen Elektro-Roller für den Stadtverkehr zugelegt oder nutzen den ÖPNV, meint er.
Zu spüren ist das tatsächlich an den Zapfsäulen seines Unternehmens, wo seit dem enormen Preisanstieg fünf bis zehn Prozent weniger getankt wird, berichtet er. Zu seiner Gruppe gehören 120 Tankstellen im Nordwesten, unter anderem die Shell-Tankstelle an der Cloppenburger Straße. Auch das Verhalten der Kunden hat sich verändert. Der Trend geht weg von den Premiummarken hin zu den Freien Tankstellen. Die Apps auf den Smartphones tun ihr übriges, Preisvergleiche zwischen den Tankstellen in der Umgebung sind in Echtzeit möglich. Die Preisgestaltung an den Tankstellen wiederum übernimmt ein zentral gesteuerter Computer.
ADAC-Sprecher Nils Linge rät, den Fuß vom Gas zu nehmen, warnt aber gleichzeitig davor, auf Autobahnen nicht zum Verkehrshindernis zu werden. Es sei auch innerorts ratsam im höchsten Gang zu fahren und beim Heranrollen an eine rote Ampel, den Gang eingelegt zu lassen. Weiter Tipps zum Spritsparen finden Sie im nebenstehenden Text.
