Oldenburg - „Wir sind dafür gemacht, auf die Bühne zu gehen“, sagt Musikerin Cindy Weinhold. Dumm nur, dass wegen Corona alle Bühnen momentan geschlossen sind und nicht einmal Musik oder Schauspiel auf öffentlichen Plätzen wirklich möglich ist, weil sich dann die Menschen zu sehr drängen würden. Eine Alternative fand Weinhold am Samstagnachmittag gemeinsam mit ihrer Kollegin vom Staatstheater, der Schauspielerin Helen-Elisabeth Wendt: Sie machten ein Boot zur Bühne.
Vom Wasser aus gaben Weinhold und Wendt ein Überraschungskonzert. Vorab war es nicht offiziell angekündigt worden, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Lediglich über die sozialen Netzwerke gab es vorab Hinweise, dass etwas geplant wurde.
„Wir bringen das Theater hinaus“, beschrieb Weinhold die Idee des Oldenburgischen Staatstheaters. Vom Anleger am Arbeitsamt aus schipperte das Duo, nur begleitet von einem Tontechniker und der zweiköpfigen Bootscrew, rund drei Stunden durch den Alten Stadthafen und über die Hunte. Sie präsentierten Hip-Hop-, Pop- und NDW-Songs zum Thema Sonne und Wasser – sehr zur Freude des Publikums. Menschen hätten spontan mitgesungen und getanzt. „Die Leute haben aufgeatmet“, beschreibt Weinhold ihre Beobachtungen.
Die Stimmung war auch auf dem Katamaran so gelöst, dass selbst ein kleiner Notfall gelassen aufgenommen wurde: Kurz vor Ende fiel in der Nähe der Rollklappbrücke der Motor aus. Zwei Boote kamen der schwimmenden Bühne spontan zu Hilfe und schleppten sie zurück in den Hafen – während Wendt und Weinhold einfach weiter ihre Musik spielten.
