Oldenburg - „Und täglich grüßt das Murmeltier“ – kaum kratzt der VfB Oldenburg an der Tür zum Aufstieg in die Dritte Liga, flammt sie wieder auf, die Diskussion über einen Stadionneubau. Der VfB geht als Erster der Süd-Staffel in die Aufstiegsrunde und muss zwar noch, wenn er auch dort Meister werden sollte, Aufstiegsspiele gegen den Meister der Regionalliga Nordost bestreiten. Das Problem, in Oldenburg über keine geeignete Spielstätte für den Profifußball zu verfügen, stellt sich aber schon heute mal wieder.
Vor wenigen Tagen hatte VfB-Geschäftsführer Michael Weinberg im Zusammenhang mit einem Lizenzantrag beim DFB das Stadion zum Thema gemacht. In der 3. Liga müssen die Clubs über Arenen mit Flutlicht verfügen. Auch eine Rasenheizung wird gewünscht, beides gibt es im Marschwegstadion nicht. Der Geschäftsführer hatte deshalb laut über Spielverlegungen nach Wilhelmshaven nachgedacht, weil der DFB die Mindestgröße der Stadien für die Dritte Liga auf 5001 Zuschauer herabgesetzt hat und das 7500 Zuschauer fassende Jadestadion mit einer Flutlichtanlage ausgestattet ist.
Einer Diskussion über einen Stadionneubau stehen unterdessen die Oldenburger Grünen offen gegenüber, erklärte Fraktionssprecher Oliver Rohde auf Nachfrage. Großbauprojekten sehe man mit Blick auf den Verbrauch sogenannter „grauer Energie“ bei der Produktion und Verarbeitung von Materialien aber grundsätzlich kritisch. Gesprochen wurde über das Thema Stadionneubau bei den Bündnisverhandlungen mit der SPD-Fraktion nicht.
„Angesichts des erfreulichen sportlichen Erfolgs des VfB und eines möglichen Aufstiegs in die Dritte Liga werden wir uns in der Fraktion erneut mit den Plänen für einen Stadionneubau beschäftigen und klären, was – auch in Anbetracht der hohen Bau- und Betriebskosten – möglich ist“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Ulf Prange. Die von der Stadtverwaltung vor einigen Jahren in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie biete dafür eine gute Grundlage. Prange: „Da ein Stadionneubau nicht kurzfristig umsetzbar sein dürfte, wird es auch darum gehen, zu prüfen, wie ein Spielbetrieb im Marschwegstadion in der Dritten Liga sichergestellt werden kann.“
Mit den Verantwortlichen in Wilhelmshaven stehe der VfB bereits in Kontakt, hatte Weinberg verkündet. Im Marschwegstadion seien wegen des Lärmschutzes ob mit oder ohne Flutlicht keine späteren Anstoßzeiten als 18.30 Uhr möglich. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann kündigte Gespräche mit Vorstand und Geschäftsführung des VfB an. Der Ball läge allerdings bei der Politik.
